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Österreichs Betriebe wappnen sich für Chaos beim Brexit

Für österreichische Firmen in Großbritannien ist das Chaos rund um den Brexit inzwischen nichts Neues mehr, so der Wirtschaftsdelegierte Christian Kesberg. Große Niederlassungen haben etwa AVL, Voestalpine, Lenzing, Wienerberger, Zumtobel, Blum und Egger.

Die gestrige Ablehnung des Brexit-Vertrags durch das britische Unterhaus kommt für die in Großbritannien aktiven österreichischen Unternehmen nicht überraschend. "Die Firmen haben sich an die Unsicherheit gewöhnt", sagte der WKÖ-Wirtschaftsdelegierte in London, Christian Kesberg, zur APA. Auch eine Verschiebung des britischen EU-Ausstiegs um zwei bis drei Monate mache "keinen großen Unterschied".

Kesberg sieht die österreichischen Unternehmen gut auf die verschiedenen Brexit-Varianten vorbereitet. Seit dem Sommer 2016 hätten sich die Firmen damit auseinandergesetzt. Bei der Wirtschaftskammer in London seien zuletzt die Anfragen wegen des Brexit leicht gestiegen.

Wirtschaftsdelegierter rechnet nicht mit Horrorszenarien

Auch bei einem Hard Brexit und der Einführung von Zöllen auf WTO-Niveau erwarteten die Wirtschaftsforscher keine Rezession in Großbritannien, sondern nur eine deutliche Abflachung des Wirtschaftswachstums. "Der Brexit ist ein Verlustgeschäft für die meisten. Es gibt nur wenige Gewinner, die vom billigen Pfund profitieren", so die Einschätzung des Wirtschaftsdelegierten.

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Diese Firmen sind vor Ort

Zu den österreichischen Firmen mit umsatzstarken Niederlassungen und Tochterfirmen in Großbritannien zählen Lenzing, Novomatic, Red Bull, Voestalpine, Wienerberger und Zumtobel. Ebenfalls größere Standorte haben der Verpackungshersteller Alpla, der Motorenentwickler AVL, der Beschlägehersteller Blum und der Holzplattenproduzent Egger.

Der Wirtschaftsdelegierte rechnet nicht mit Horrorszenarien, auch wenn es zu einem "Chaos"-Brexit kommen sollte. "Die Warenlieferungen werden teurer und etwas länger dauern", erwartet Kesberg. Die Geschäfte mit Großbritannien würden wohl "weniger lukrativ" werden. Insgesamt sieht er aber "keine dramatischen Auswirkungen für Österreichs Wirtschaft". (apa/red)

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