Beschwerde in Brüssel

Österreichs Baugewerkschaft: Slowenien unterstützt Lohndumping

Beschwerde bei der EU-Kommission: Slowenien zahle eigenen Baufirmen einen "Bonus", wenn diese ihre Arbeiter auf Baustellen im Ausland schickten, so die Gewerkschaft Bau-Holz. Dabei sei Österreich schon jetzt massiv vom Lohndumping betroffen.

Österreichs Bau-Gewerkschafter haben bei der EU-Kommission eine Beschwerde gegen Slowenien eingebracht, berichtet der Radiosender "Ö1" des ORF. Hintergrund ist ein Bonus für slowenische Baufirmen, wenn diese ihre Mitarbeiter auf Baustellen ins Ausland schicken. Dieser Bonus unterstütze Lohndumping und widerspreche der EU-Entsenderichtlinie, kritisieren die heimischen Gewerkschafter.

Österreich schon jetzt massiv vom Lohndumping betroffen

Dabei sei Österreich ohnehin schon besonders vom Zuzug von slowenischen Bauarbeitern betroffen. 50.000 Slowenen würden in ihrem Heimatland am Bau arbeiten, genauso viele im Ausland. Dabei würde jeder zweite entsandte Bauarbeiter nicht den ihm zustehenden Lohn erhalten - der genauso hoch sein müsste wie jener österreichischer Arbeitnehmer.

Josef Muchitsch, SPÖ-Sozialsprecher und Chef der Bau-Holz-Gewerkschaft, hat bereits eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingebracht, das Papier liegt seit Februar am Tisch der Kommission, die derzeit noch klärt, wer für die Beschwerde zuständig ist.

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Slowenien selbst erachtet den Bonus als rechtskonform. (apa/red)

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