Coronavirus

Österreichs Baugewerkschaft fordert sofortigen Stopp von Baustellen

Enge Firmenbusse, Quartiere mit großen Bettenlagern, gemeinsame Waschräume und das ständige Miteinander am Bau: Die Regierung sollte per Verordnung sofort alle Baustellen in Österreich schließen, so der oberste Baugewerkschafter, Josef Muchitsch.

Wegen der Ansteckungsgefahr für die Beschäftigten am Bau durch die Coronavirus-Pandemie sollte die Regierung sofort per Verordnung die Baustellen in Österreich schließen. Das fordert Josef Muchitsch, Abgeordneter zum Nationalrat (SPÖ) und Chef der Baugewerkschaft GBH. Das Vermeiden des direkten Kontaktes und die Einhaltung eines Mindestabstands sei den Baubeschäftigten in der Praxis nicht möglich.

Enge Firmenbusse, Mannschaftsquartiere mit Bettenlagern, gemeinsame Waschräume und das ständige miteinander Arbeiten seien der Berufsalltag auf den Baustellen, so Muchitsch. In einer Aussendung bezeichnete er es als "grob fahrlässig", dass alle bisherigen Gespräche keine Lösung gebracht hätten.

Dort, wo Bauherren und Arbeitgeber "mitspielen", würden schon Baustellen heruntergefahren und Betriebsurlaube vereinbart. Aber nicht alle öffentlichen und privaten Bauherren seien dazu bereit. Daher sei "eine Verordnung von oben" nötig. Viele Bautätigkeiten würden ohnedies nicht zur Aufrechterhaltung des Systems dienen und könnten daher sofort eingestellt werden, so der Vorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz. (apa/red)