Abfallwirtschaft

Österreichs Abfallwirtschaft: "Mülltrennen ist Klimaschutz"

Durch die Vermeidung von Methanemissionen trägt die Abfallwirtschaft seit über zehn Jahren zur Reduktion von CO2 bei, heißt es bei der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände. Große Probleme gibt es bei Plastik.

Mülltrennen ist Klimaschutz: Durch die Vermeidung von Methanemissionen trägt die Abfallwirtschaft seit mehr als zehn Jahren zur Reduktion von CO2 bei, sagte der Präsident der Arge Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände, Anton Kasser, bei einer Pressekonferenz in Wien. Das große "Problemkind" sei Plastik.

Branche ist für ein Plastiksackerlverbot

Von den rund eine Million Tonnen an Plastikmüll werden derzeit nur 26 Prozent recycelt, dieser Wert muss bis 2030 auf 50 Prozent erhöht werden. "Wir müssen das also verdoppeln", sagte Kasser. Um das zu erreichen, setzt die Arge vor allem auf Information. Ein weitere Herausforderung ist die EU-Einwegplastikprodukte-Richtlinie auf Plastikflaschen, die ein Recyclingziel von 90 Prozent bis 2029 vorsieht. Hier will die Arge eine entsprechende Studie des Umweltministeriums abwarten. Begrüßt hat die Vereinigung das Plastiksackerlverbot.

Recycling statt neuer Rohstoffe

Prinzipiell sah sich die Arge aber auf einem guten Weg: Durch die getrennt gesammelte Wertstoffe werden neue Rohstoffe ersetzt, was wiederum bei der Produktion von neuen Produkten Treibhausgas einspart. "Die österreichische Abfallwirtschaft trägt ganz erheblich zur Erreichung der Klimaziele bei, wie der letzte Klimabericht des Umweltbundesamtes zeigt", so Kasser.

White Paper zum Thema

Arge-Bundeskoordinator Johann Mayr präsentierte zudem eine Gallup-Umfrage im Auftrag der Verbände zum Thema "Zufriedenheit der ÖsterreicherInnen mit der öffentlichen Abfallwirtschaft", die der Abfallwirtschaft ein gutes Zeugnis ausstellt.

Gegen die Privatisierung der Abfallentsorgung

"Die Menschen schätzen die zuverlässige Arbeit der Gemeinden, ihrer Abfallwirtschaftsverbände und Städte. Sie wissen um den Wert einer sauberen Umwelt. Mülltrennung und Recycling sind Ihnen ein wirkliches Umweltanliegen", sagte Mayr. Die Umfrage mit 1.200 Teilnehmern zeigt auch eine Ablehnung der Privatisierung der Abfallentsorgung. Lag die Ablehnung 2016 noch bei 58 Prozent, erreichte sie 2019 mit 68 Prozent einen neuen Höhepunkt. (apa/red)

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