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Indische Wirtschaft

Österreichischen KMUs droht Steuerpflicht und Gerichtsbarkeit in Indien

Betriebsstätten-Problematik: Durch die Zusammenarbeit mit einem Vertreter werden viele österreichische Unternehmen in Indien ungewollt und ohne es zu wissen steuerpflichtig und fallen unter die indische Gerichtsbarkeit.

Wirtschaft Indien Blog Wolfgang Bergthaler Wamser und Batra Gmbh

Etwa 500 heimische Unternehmen sind in Indien aktiv -  130 von ihnen mit eigenen Niederlassungen, der Rest mehrheitlich über Handelsvertreter und Vertriebspartner. Ein Markteintritt und Vertrieb über Repräsentanten ist für den österreichischen Mittelstand die in Indien übliche Praxis. Damit begeben sich aber viele Unternehmen schon in einer ganz frühen Phase auf sehr dünnes Eis und riskieren, dass sie in den Fokus indischer Behörden geraten.

Es ist paradox, aber just seitdem es in Indien endlich wieder eine wirtschaftsfreundliche Regierung gibt, die große Reformen für bessere Rahmenbedingungen gerade auch für ausländische Investoren angekündigt hat, bekamen in den letzten Monaten immer mehr ausländische Unternehmen zum Beispiel mit den indischen Steuerbehörden Probleme. Entsendungen nach Indien sowie klassische Handelsvertreter sind mittlerweile als Risikofaktoren zu sehen, denn so kann das österreichische Stammhaus unter Umständen schnell direkt in den Zugriff der indischen Gerichtsbarkeit fallen und steuerpflichtig werden.

Niederlassung wider Willen

Denn aus der Perspektive indischer Behörden kann fast jede Aktivität eines ausländischen Unternehmens, die in Indien ausgeführt wird, als Betriebsstätte qualifiziert werden. Der indischen Rechtsauslegung nach begründet bereits ein abhängiger Vertreter ohne Abschlussvollmacht eine Betriebsstätte. Und durch eine Betriebsstätte entsteht in Indien automatisch eine Niederlassung.

Damit ist die österreichische Muttergesellschaft auf einmal direkt der indischen Gerichtsbarkeit (inklusive deren Willkür und Voreingenommenheit) ausgeliefert und unterliegt in Indien einer Gewinnbesteuerung mit einem Steuersatz von über 40 Prozent.

Hier ist unbedingte Sorgfalt und ein sauberes vertragliches Rahmenwerk geboten, um dieses Risiko zu minimieren. Die Indienberatung Dr. Wamser + Batra GmbH hilft österreichischen Unternehmen einer versehentlichen Gründung einer Vertreterbetriebsstätte vorzubeugen und berät bei anderen derartigen Herausforderung im Bereich Finance & Compliance in Indien.