Personalia

Österreicher mit guten Chancen auf Chefposten am Institut für Weltwirtschaft

Ökonom Gabriel Felbermayr könnte der nächste Chef des renommierten Kieler Instituts für Weltwirtschaft werden, wie deutsche Medien berichten. Derzeit leitet der Oberösterreicher den Bereich Außenwirtschaft am Münchner Ifo-Institut.

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Der österreichische Ökonom Gabriel Felbermayr hat gute Chancen, nächster Präsident des renommierten Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel zu werden, berichtet die deutsche Tageszeitung "Die Zeit".

Der 41-jährige Außenhandelsökonom verhandle zwar noch, aber er sei der einzige Kandidat, der noch mit dem Institut spricht. Er soll im kommenden Jahr die Nachfolge von Dennis Snower antreten.

Medienbericht: Ökonom aus Bad Hall soll Dennis Snower nachfolgen

Felbermayr, gebürtig aus Bad Hall in Oberösterreich, war unter anderem für die Unternehmensberatung McKinsey und als Professor am Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Hohenheim in Stuttgart tätig und arbeitet aktuell beim Ifo-Institut in München - als dortiger Leiter Außenwirtschaft.

"Die Zeit" beschreibt ihn als sehr zielstrebig und innovationsgetrieben. Der ehemalige Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn wird in der Zeitung mit den Worten zitiert: "Er ist exzellent, ich kann mir für die Leitung des IfW keinen Besseren vorstellen."

Für Europa, gegen EU-Finanzminister

Als Österreicher sehe sich Felbermayr als "Ausländer in Deutschland", berichtet "Die Zeit". Seine Frau ist Französin, die Töchter besuchen eine französische Schule. Felbermayr selbst hat eine Zeit in Florenz gelebt, spricht Italienisch. Er beschreibt sich als "Europäer, weil es einfach mein Leben ausmacht" - und zieht daraus auch einen politischen Schluss: "Wenn wir eine europäische Demokratie sein wollen, dann ist die Überwindung des Nationalen eine zentrale Aufgabe."

In EU-Fragen findet Felbermayr eine gemeinsame Verteidigungspolitik und einen gemeinsamen Schutz der EU-Außengrenzen gut, aber keinen Handelsprotektionismus. Von einem Euro-Finanzminister, wie vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorgeschlagen, hält er wenig: "Die Diskussion mit Budgets und Ämtern zu beginnen, finde ich grundfalsch." (apa/red)

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