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Österreich zahlt viele Milliarden für den Import von Öl und Gas

Österreichische Unternehmen und Versorger zahlen jedes Jahr viele Milliarden Euro für den Import von Energie - der Löwenanteil dabei ist Erdöl und Erdgas. Die Energieexporte betragen kaum ein Viertel davon. "Ein enormer Kaufkraftabfluss für unser Land", so Peter Traupmann, Chef der Energieagentur.

Österreich hat 2016 für den Import von Energie knapp neun Milliarden Euro ausgegeben, exportiert wurde Energie im Wert von gut zwei Milliarden Euro. In Summe gab es in diesem Bereich ein Handelsdefizit von 6,7 Milliarden Euro, schreibt die Energieagentur.

Gut 60 Prozent des Energie-Handelsdefizits entfielen auf Öl, weitere 30 Prozent auf Gas. "Die große Menge an importierter fossiler Energie bedeutet einen enormen Kaufkraftabfluss für unser Land", so Peter Traupmann, Geschäftsführer der Energieagentur. Der Nettoimport (Importe abzüglich Exporten) entsprach im Vorjahr zwei Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP).

"Ein enormer Kaufkraftabfluss für unser Land"

Die Entwicklung des Defizits hängt wenig überraschend unmittelbar am Ölpreis und schwankt stark. Zwischen 2010 und 2012, als der Ölpreis bei etwa 110 US-Dollar je Barrel (Fass zu 159 l) lag, betrug das Defizit der österreichischen Energiebilanz über 11 Mrd. Euro. Aber durchgehend - außer im Jahr 2011 - ist das Minus im Handel mit Energie im letzten Jahrzehnt größer als das gesamte Handelsbilanzdefizit Österreichs, rechnet die Energieagentur vor.

Heimische Energieträger statt Erdöl aus Übersee - und "Brückenrohstoff" Gas

Die Energieagentur plädiert dafür, "Erdöl mittelfristig durch nachhaltige heimische Energieträger zu ersetzen", was nicht nur für die Umwelt sondern auch für die Handelsbilanz gut wäre.

Auf Gas werde Österreich allerdings noch länger nicht verzichten können, das werde als "Brückentechnologie" weiter Bedeutung haben, sagt Traupmann. (apa/red)

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