Fokus auf Österreich

Seitenstetten sticht Shanghai

Der Glasbearbeitungsmaschinenbauer Lisec machte zum Jahresbeginn seine Fertigung in Shanghai dicht. In Österreich hingegen wird kräftig in die Fabrikserneuerung investiert.

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LiSEC Maschinenbau Othmar Sailer China Stahl

Shanghai, da kommt Lisec-CEO Othmar Sailer ins Schwärmen. Der Glasbearbeitungsmaschinenhersteller betrieb am eigenen Firmengelände in China in der Provinz Qingpu bis vor kurzem eine 
30 Mann starke Eigenfertigung. Doch Anfang des Jahres machten die Niederösterreicher Nägel mit Köpfen: Im Januar schloss CEO Sailer die Montage, in der einfache Stahlteile für maschinenergänzende Komponenten und zuletzt auch Glasschneidetische am Fertigungsprogramm standen. „Qualitativ“, erzählt CEO Sailer, leistete das Montageteam im Westen der pulsierenden Drachenkopf-Metropole Shanghai „gute Arbeit“. Der Markt China spiele in der Wachstumsstrategie des Unternehmens eine wesentliche Rolle. „Um jedoch eine wirtschaftlich sinnvolle Fertigung in China zu haben, müssten wir dort überproportional größer werden – mit der Folge, dass wir Überkapazitäten hätten“, sagt Sailer.

„Made in China“ als Makel

Vor rund 20 Jahren begann der 2009 verstorbene Firmengründer Peter Lisec das China-Standbein hochzuziehen. Heute sind am Standort in Qingpu Vetriebs- und Serviceniederlassung plus eigene Isolierglasfertigung – quasi eine Lohnfertigung auf eigenen Lisec-Anlagen – angesiedelt. CEO Othmar Sailer, davor Vorstand beim Stahlbauer Waagner-Biro, kam 2012 an Bord. Er führte das eigentümergeführte in ein managementgeführtes Unternehmen über. Mitenscheidend, die bisher in China gefertigten Teile nunmehr wieder in Österreich zu produzieren und sie dann nach Asien zu verschiffen, sind laut
 eigener Aussage Sailers die
 steigenden Lohnkosten. „Die
 Zeiten, in denen in China zu 
niedrigsten Kosten produziert
 wurde, sind vorbei“, beobachtet der CEO. Ein zweiter Aspekt: Kunden auf den Asienmärkten kann man heute nicht gerade attestieren, sich für Maschinen und Komponenten „made in China“ übermäßig zu entzünden. „Von einem österreichischen Unternehmen wird auch in China in unserer Branche Topqualität aus Österreich erwartet, das ist nun mal so“, sagt Sailer. „Der Qualitätsanspruch chinesischer Lisec-Kunden“ wie Almaden oder Beijing Jin Jing Glass, die bei Lisec komplexe Hightech-Anlagen bestellen, „ist mindestens genauso hoch wie in Europa“, stellt er klar.

Umsatzverdoppelung als Ziel

Im Vorjahr erwirtschafteten die Niederösterreicher in China etwa 15 Millionen Euro. Bis 2020 strebt CEO Sailer eine Verdoppelung des Gesamtumsatzes an. Nicht nur in China will das Unternehmen – Vorjahresumsatz: rund 210 Millionen Euro – weiter wachsen. Am Standort Hausmening investierte man drei Millionen Euro in die Erneuerung der Glasverarbeitungsfabrik – „im Sommer nehmen wir den Betrieb der neuen Anlagen auf“, sagt Sailer.
 40 Technikerstellen will das Unternehmen zudem in den Bereichen Entwicklung und Service heuer besetzen. „Vertriebsseitig bauen wir das Netz besonders dort aus, wo wir wachsen“, so Sailer. Darunter Südamerika, Afrika und Indien.

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