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Österreich bei der Digitalisierung nur Mittelmaß

Die Digitalisierung verändert schon heute unseren Alltag und die gesamte Arbeitswelt - umso wichtiger sei der Ausbau der Netze, so Margarete Schramböck von A1 Telekom. Eine Studie des Wifo weist Österreich einen Platz im Mittelfeld aus.

Die Digitalisierung wird die gesamte Arbeitswelt verändern - und sie erfasst schon heute immer weitere Bereiche der Güterproduktion, der Dienstleistungen und des Alltags. Es gibt sowohl euphorische Erwartungen als auch Angst davor, die kurzfristigen Auswirkungen des Wandels werden häufig überschätzt und die langfristigen unterschätzt.

Wo Österreich gerade bei der Digitalisierung steht, war Thema einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) im Auftrag des Telekomdienstleisters A1 Telekom. Demnach bilden die Breitbandnetze das technologische Fundament, heißt es bei A1. Unternehmenschefin Margarete Schramböck meint dazu, dass ihr Unternehmen Verantwortung für den Standort trage und mit seinen Investitionen in den Netzausbau sowie in den Internetzugang die Wirtschaft stärke: A1 werde die Mittel aus der "Breitbandmilliarde" verdoppeln, so Schramböck. 500 Millionen investiere man aus eigenem Antrieb Jahr für Jahr in den Ausbau.

Österreich nicht im Spitzenfeld

Der Studie zufolge führt eine höhere IKT-Intensität der Wirtschaft zu einem höheren Beschäftigungswachstum. So seien jene Bundesländer, die das höchste Produktivitätsniveau aufweisen, nämlich Wien, Salzburg und Vorarlberg, sich auch durch die höchsten Internetnutzungsraten bei den privaten Haushalten auszeichnen.

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Allerdings verlaufe der digitale Wandel in Österreich im internationalen Vergleich eher langsam und die heutige Position sei eher mittelmäßig, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Von den 29 untersuchten Ländern liegt Österreich nur auf Rang 13. Im Vergleich der 15 früheren Länder der EU belegt die Republik nur Rang 10. Die Studie ist unter diesem Link verfügbar.

Wifo-Chef Karl Aiginger meint dazu, die Digitalisierung bringe neue soziale Schwierigkeiten, sie könne aber auch umgekehrt helfen, langfristige gesellschaftliche Probleme zu lösen. "Diese Veränderungen werden zwar kräftig sein, finden aber nicht abrupt von heute auf morgen statt und sind daher auch gestaltbar."

Der Wandel im Arbeitsleben geschehe etwa bei Routinetätigkeiten, die in Zukunft eher zurücktreten werden, um analytischem und interaktivem Arbeiten Platz zu machen, so Studienautor Michael Peneder. Das führe dazu, dass "Unternehmen neue und größere Anforderungen an die Qualifikation und Kompetenzen der Arbeitskräfte stellen." Zugleich sei auch das Bildungssystem gefordert.

(red)

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