Autozulieferer

Oerlikon verkauft seine Getriebesparte an US-Konzern Dana

Der Schweizer Industrieriese verkauft seine Getriebesparte an den amerikanischen Fahrzeug-Zulieferer Dana. Die Sparte konkurriert direkt mit ZF Friedrichshafen und produziert Getriebe für Nutzfahrzeuge.

Nicht einmal einen Monat nach dem Scheitern des Börsengangs hat der Schweizer Oerlikon-Konzern eine andere Lösung für seine Getriebesparte gefunden. GrazianoFairfield geht für rund 600 Mio. Franken (517 Mio. Euro) an den amerikanischen Fahrzeug-Zulieferer Dana, wie Oerlikon mitteilte.

Die Erlöse aus der Transaktion, die Ende 2018 oder im ersten Quartal 2019 abgeschlossen werden soll, will das Traditionsunternehmen in das Oberflächengeschäft investieren. Dazu gehörten auch Zukäufe, erklärte ein Oerlikon-Sprecher.

Konkurrent von ZF

GrazianoFairfield stellt Getriebe für Landwirtschaftsfahrzeuge, Busse oder Golfwagen her und ist in Teilbereichen ein Wettbewerber der wesentlich größeren ZF Friedrichshafen. Die in der Endphase einer jahrelangen Restrukturierung steckende Firma steigerte den Umsatz 2017 um ein Fünftel auf 730 Mio. Franken oder rund ein Viertel des Konzernumsatzes.

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Börsengang gescheitert

Oerlikon wollte das Getriebegeschäft Anfang Juli für bis zu 620 Mio. Franken an die Schweizer Börse bringen. Die zunehmende Risikoscheu der Investoren angesichts der globalen Handelsstreitigkeiten machten dem Konzern, an dem der russische Oligarch Viktor Vekselberg maßgeblich beteiligt ist, aber einen Strich durch die Rechnung. Ein Sprecher erklärte damals, ein IPO sei weiterhin die beste Option für das Getriebe-Geschäft. Doch nun änderte sich offenbar diese Einschätzung. Dana sei nach dem Aufschub der IPO-Pläne auf Oerlikon zugekommen, sagte der Sprecher.

Eckdaten zu Dana

Dana und GrazianoFairfield seien beide im Getriebegeschäft tätig und ergänzten sich gut. Der Konzern aus dem US-Bundesstaat Ohio, der Komponenten für Fahrzeuge oder Baumaschinen liefert, kam 2017 auf einem Umsatz von 7,2 Milliarden Dollar (6,2 Mrd. Euro). Oerlikon will sich in Zukunft vor allem auf das Oberflächengeschäft konzentrieren, wo das Unternehmen unter anderem Flugzeugturbinen, Nockenwellen von Formel 1-Motoren oder Zahntechnik-Schrauben beschichtet. Auch das bisherige dritte Standbein, das Textilmaschinengeschäft, soll gestärkt werden. Analysten schließen aber nicht aus, dass Oerlikon den Bereich über die Zeit ebenfalls abstößt. (reuters/apa/red)

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