Energie

Ölpreise befinden sich im freien Fall

Das Ende der Sanktionen gegen den Iran hat massive Auswirkungen auf die Ölpreise - die Marke von 20 Euro rückt tatsächlich bereits in Reichweite. Diese Woche war der Preis für ein Fass der Sorte Brent so billig wie zuletzt 2003.

Nach der Aufhebung von Handelssanktionen gegen Iran haben die Ölpreise am Montag in der Früh ihren Sinkflug fortgesetzt. Europäisches Rohöl der Sorte Brent kostet im Tief 27,70 US-Dollar (25,38 Euro) und damit so wenig wie seit November 2003 nicht mehr. US-amerikanisches Rohöl fiel bis auf 28,36 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Oktober 2003. Zuletzt erholten sich die Preise etwas, lagen aber immer noch fast einen Dollar tiefer als am Freitag.

Am Wochenende waren zahlreiche Sanktionen gegen Iran aufgehoben worden, nachdem die Internationale Atomenergiebehörde IAEA dem Land bescheinigt hatte, seinen Verpflichtungen aus dem Atomabkommen nachgekommen zu sein.

Für den Ölmarkt hat der Schritt große Relevanz, weil das ölreiche Iran bereits angekündigt hat, seine Rohölausfuhren um etwa 500.000 Barrel pro Tag hochzufahren. Damit dürfte das ohnehin hohe Weltangebot - Hauptgrund für den Ölpreisverfall - noch größer werden.

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Total und Shell schicken bereits Manager in den Iran

Große westliche Ölunternehmen reagieren offenbar bereits auf die Entscheidung. Der französische Konzern Total und die britische Shell haben Manager bereits in die Islamische Republik entsandt, berichtet der iranischen Nachrichtenagentur Mehr.

Dort träfen diese sich mit Vertretern der Unternehmen National Iranian Oil Company (NIOC) und National Iranian Tanker Company (NITC). Zuvor hatte der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif laut der Agentur ISNA gesagt, die im Zuge des Atomstreits gegen sein Land verhängten internationalen Sanktionen würden noch im Laufe des Tages aufgehoben.

Unternehmen in zahlreichen westlichen Ländern rechnen nach dem Ende der Strafmaßnahmen mit Milliardengeschäften im Iran. Für deutsche Firmen sei mittelfristig ein Geschäftsvolumen von fünf Milliarden Euro möglich, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, der Nachrichtenagentur Reuters.

Langfristig seien sogar Exporte in Höhe von zehn Milliarden Euro realistisch. 2014 lag das Handelsvolumen bei 2,7 Milliarden Euro. (Reuters/dpa-AFX/APA/red)

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