Rohstoffe

Ölpreis weiter auf Talfahrt: Marke von 50 Dollar in Reichweite

Die Ölpreise haben ihre Talfahrt der vergangenen Handelstage fortgesetzt. Ein Fass der amerikanischen Sorte WTI war zuletzt nur knapp mehr als 55 Dollar wert. Das Angebot außerhalb der Opec nehme "alarmierende Züge" an, heißt es bei der Opec.

Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre Talfahrt der vergangenen Handelstage fortgesetzt. Nach starken Rückgängen am Vortag gaben die Notierungen zuletzt aber nur noch vergleichsweise leicht nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 65,12 US-Dollar (57,83 Euro). Das waren 35 Cent weniger als am Dienstag.

Ein Fass WTI kostet knapp mehr als 55 Dollar

Der Preis für US-amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 47 Cent auf 55,22 Dollar. Am Vortag war der US-Ölpreis in der Spitze um etwa sieben Prozent eingebrochen. Dies ist der stärkste Verlust innerhalb eines Tages seit mehr als drei Jahren.

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Opec: Angebot außerhalb des Kartells nimmt "alarmierende" Züge an

Marktbeobachter erklärten den starken Preisrückgang mit der jüngsten Nachfrageprognose der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). In dem Monatsbericht rechnet das Kartell im kommenden Jahr mit einer Nachfrage nach OPEC-Öl in einem Volumen von etwa 31,5 Millionen Barrel pro Tag. Im Vergleich zu einer zwei Monate alten Prognose ist dies ein Rückgang um 500.000 Barrel pro Tag. Außerdem liegt das in der aktuellen Prognose angegebene Volumen etwa 1,4 Millionen Barrel unter der derzeitigen Fördermenge.

Zuvor hatte OPEC-Generalsekretär Mohammad Barkindo von der Notwendigkeit einer Kürzung der Fördermenge gesprochen. Das zunehmende Angebot von Förderländern außerhalb des Kartells beginne "alarmierende" Züge anzunehmen, sagte Barkindo.

Sanktionen gegen den Iran als Auslöser

Seit Beginn des Monats sind die Ölpreise auf Talfahrt. Als Ursache gilt die Sanktionspolitik der USA gegen das OPEC-Land Iran. Zunächst waren die Ölpreise mit der Aussicht auf die US-Sanktionen noch stark gestiegen. Dann setzte allerdings eine Gegenbewegung ein, nachdem klar wurde, dass die US-Regierung zahlreichen Staaten Ausnahmeregelungen für Öllieferungen aus dem Iran zugestanden hatte. (dpa/apa/red)