Mineralölindustrie

Ölmulti ExxonMobil will seine Treibhausgase deutlich senken

Exxon reagiert auf Druck seiner Aktionäre und der Öffentlichkeit und will nun den Ausstoß von Klimakillern beim Abfackeln von Gasen während der Ölgewinnung um rund ein Viertel reduzieren. Beistand bekommt der Ölmulti aus Washington.

Unter steigendem Druck von Umweltschützern und kritischen Aktionären will der größte US-Ölkonzern ExxonMobil seine Treibhausgase deutlich verringern. "Wir haben eine anhaltende Verpflichtung, die Effizienz zu verbessern", verkündete Vorstandschef Darren Woods im texanischen Irving.

Exxon verspricht, die Methangasemissionen bis 2020 um 15 Prozent und den Ausstoß durch Abfackeln von Gasen bei der Ölgewinnung um 25 Prozent zu reduzieren.

Thema auf der kommenden Hauptversammlung

Zusammen mit den anderen großen Ölmultis stehen die Texaner schon lange in der Kritik, zu wenig gegen den Klimawandel zu tun. In der vergangenen Woche erst forderten milliardenschwere Großinvestoren in einem offenen Brief mehr Verantwortung von den Öl- und Gaskonzernen für "all ihre Emissionen". Das Thema dürfte auch bei Exxons Hauptversammlung am kommenden Mittwoch wieder eine Rolle spielen.

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In den USA haben Städte und Landkreise, darunter Metropolen wie New York oder San Francisco, die Unternehmen der Branche zudem auf Schadenersatz und Zahlungen zur Bewältigung der Erderwärmung verklagt. Exxon wird auch vorgeworfen, Forschungsergebnisse verschleiert und über Jahre Risiken des Klimawandels verschwiegen zu haben. Der Konzern weist die Anschuldigungen zurück.

Die US-Regierung steht bei den Rechtsstreitigkeiten an der Seite der Ölkonzerne. US-Präsident Donald Trump hat den menschlichen Einfluss auf die Erderwärmung wiederholt angezweifelt und den Pariser Klimaschutzpakt im Namen der USA aufgekündigt. Dennoch fordern Anleger schon länger mehr Transparenz zu Kosten und Geschäftsrisiken durch das internationale Bemühen zur Reduzierung von Treibhausgasen. (dpa/apa/red)

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