Steuern

OECD bereitet internationales Abkommen zur Besteuerung von Konzernen vor

Globale Konzerne wie Google, Apple und Amazon zahlen gern sehr wenig Steuern - oder gleich gar keine. 129 Mitgliedsländer einer Initiative zur Vermeidung von Gewinnkürzung und Gewinnvermeidung arbeiten an einer weltweiten Änderung.

Im Kampf gegen legale Steuertricks globaler Konzerne plant die internationale Gemeinschaft bis Ende 2020 ein Abkommen. Die 129 Mitgliedsländer einer schon länger laufenden Initiative zur Vermeidung von Gewinnkürzung und Gewinnvermeidung (BEPS) verständigten sich auf einen entsprechenden Fahrplan, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris mitteilte.

Die OECD treibt zusammen mit der G20-Gruppe wichtiger Industrie-und Schwellenländer Maßnahmen gegen Steuertricks weltweit tätiger Konzerne voran. OECD-Generalsekretär Angel Gurría wolle den Fahrplan beim G20-Finanzministertreffen vom 8. Juni an im japanischen Fukoka vorstellen, schrieb die Organisation.

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Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sprach von einer wichtigen Etappe. Es gebe einen internationalen Konsens, dass die Steuerregeln nicht mehr zu den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts passten. Frankreich werde als Vorsitzland der G7-Industriestaatengruppe im laufenden Jahr alles tun, um das angestrebte Abkommen zu erreichen.

Die G20-Gruppe hatte bereits 2015 einen Aktionsplan gegen Gewinnverschiebungen und Steuersparmodelle großer Konzerne vereinbart. Unternehmensgruppen, beispielsweise aus der Digitalbranche, waren in die Kritik geraten, da sie ihre Steuerlast mithilfe von Tochtergesellschaft in Steueroasen mindern oder sogar auf nahezu null drücken. (dpa/apa/red)