Staatsholding

ÖBIB wird zu ÖBAG: So sehen die Pläne aus

Die Bundesregierung will sich wieder stärker am Management von Konzernen mit Anteilen der Republik beteiligen. Auch Kauf und Verkauf von Beteiligungen soll möglich werden - Privatisierungen würden aber aktuell nicht angestrebt, heisst es.

ÖBIB: Der ursprünglich angedachte Staatsfonds nach dem Vorbild Norwegens wird wegen des "spekulativen Charakters eines Fonds" nun doch nicht kommen.

Das angekündigte Gesetz zur Reform der Staatsholding ÖBIB ist in Begutachtung gegangen. Die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH wird in die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) umgewandelt.

Der Portfoliowert der von der Staatsholding geführten Beteiligungen der Republik - OMV, Post, Telekom und Casinos Austria - beläuft sich derzeit auf 7,9 Mrd. Euro. Durch die Übertragung der BIG an die ÖBAG steigt er um mehr als 12 Mrd. Euro.

Privatisierungen offiziell nicht geplant

Ziel sei es, wieder direkt in den Aufsichtsräten vertreten zu sein, erklärte Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP). Löger will ein "aktives Beteiligungsmanagement aufsetzen" und der künftigen ÖBAG nach Ermächtigung der Regierung auch die Möglichkeit geben, Beteiligungen zu erwerben oder zu verkaufen. Eine Privatisierung von Anteilen werde aber aktuell nicht angestrebt, betonte Löger.

White Paper zum Thema

Der Kurs sorgte unter anderem bei der OMV für Diskussionen. Mehr dazu:
OMV-Chef Rainer Seele: Kein Anlass zur Kritik an "Austria First" >>  
Kritik an "Austria First": OMV-Aufsichtsrat Löscher nimmt den Hut >>

Wie bereits angekündigt wird die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) an die ÖBAG übertragen. "Der Portfoliowert beträgt nach der Übertragung der BIG knapp 20 Milliarden Euro", so Löger.

Verbund bleibt beim Finanzministerium

Die Beteiligung der Republik am Verbund in der Höhe von 51 Prozent bleibt im Eigentum des Finanzministeriums, sie wird aber künftig von der ÖBAG verwaltet. Die Verbund-Beteiligung ist derzeit 3,4 Mrd. Euro wert, die Dividende belief sich zuletzt auf 74 Mio. Euro.

Darüber hinaus ist vorgesehen, dass künftig ein vom Finanzminister ermächtigtes Beteiligungskomitee eingesetzt wird, um wirtschaftliche Machbarkeitsprüfungen zu erstellen und Entscheidungsgrundlagen aufzubereiten. Der Vorstand führt das Management und ist für die Umsetzung der Strategie verantwortlich.

"Norwegerfonds" kommt doch nicht

Der ursprünglich angedachte Staatsfonds nach dem Vorbild Norwegens wird wegen des "spekulativen Charakters eines Fonds" nun doch nicht kommen. Man wolle vielmehr auf langfristige, sichere und stabile Beteiligungen setzen, heißt es dazu aus dem Finanzministerium. (apa/red)

Verwandte tecfindr-Einträge