Stückgutlogistik

ÖBB-Stückguttochter ECL und Quehenberger fahren ab 2017 gemeinsam

Die ÖBB-Tochter European Contract Logistics und der Salzburger Logistikkonzern Quehenberger rücken zusammen: Ab 2017 fährt das fusionierte Unternehmen unter neuem Namen. Hier die Details.

Die ÖBB legen das Stückgutgeschäft ihrer Logistiktochter European Contract Logistics (ECL) mit den entsprechenden Bereich des Salzburger Logistikkonzerns Quehenberger Logistics zusammen. Der Aufsichtsrat der ÖBB Holding hat dazu bei seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben. Dieser Bereich schrumft und gilt als chronisch defizitär.

Konkret bringt Quehenberger seinen Teilbetrieb Stückgut in die ECL ein. Dafür tritt die ÖBB Holding 40 Prozent der Anteile an Quehenberger Logistics ab. Dabei werden zehn Standorte von Quehenberger mit den Mitarbeitern sowie die Ausstattung und die IT- Systeme in die ECL eingebracht.

"Die Verpartnerung mit Quehenberger ist eine klarer Vorwärtsstrategie und stärkt unsere Position am Markt", sagte dazu ÖBB-Finanzvorstand Josef Halbmayr. "Vor allem das gemeinsame Geschäftsvolumen schafft die Voraussetzung für die weitere positive Entwicklung am Markt", meinte Christian Fürstaller, Geschäftsführer und Miteigentümer der Augustin Quehenberger Gruppe.

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Der Markt für Stückgut ist wegen des zunehmenden Versands über das Internet und damit über die Straße besonders unter Druck. Entsprechend sei man bei den ÖBB vor der Entscheidung gestanden, den Bereich wie andere europäische Bahnen ganz aufzugeben oder auszubauen, so Halbmayr gegenüber dem "Kurier". Die Bahn habe sich für die Vorwärtsstrategie entschieden.

Neuer Name und operativer Start Anfang 2017

Wie die ÖBB mitteilen, sollen die Verträge Anfang Juni unterzeichnet werden und danach die kartellrechtliche Prüfung starten. Nach Vorliegen der kartellrechtlichen Genehmigung wird das Unternehmen seinen neuen Namen erhalten und der operative Start vorbereitet, der mit Jahresbeginn 2017 geplant ist. Beide Partner werden jeweils einen Geschäftsführer stellen.

Ziel ist es laut ÖBB, für nationale und internationale Stückgutkunden der bevorzugte Dienstleister bei standardisierten und auch innovativen Produkten zu werden. Die Logistiklösungen werden mit den dazu gehörigen Dienstleistungen im Bereich Lagerwesen und zusätzlichen individuellen Services angeboten. Das neue Unternehmen soll maßgeschneiderte Lösungen für alle Branchen bieten, darunter auch für Automotive und Pharma.

Quehenberger: 87 Standorte in 18 Ländern

Quehenberger Logistics gehört zur Augustin Quehenberger Gruppe und ist ein eigentümergeführter, mittelständischer Anbieter von Transportmanagement, Netzwerk- und Kontraktlogistik in Zentral- und Osteuropa. Das Unternehmen mit Sitz in Straßwalchen bei Salzburg beschäftigt derzeit 2.700 Mitarbeiter an 87 Standorten in 18 Ländern. In Österreich betreibt das Unternehmen ein flächendeckendes Stückgutnetzwerk.

(red)