Antriebe

ÖBB Postbus und Holding Graz testen Wasserstoffbus

Die Post und die Holding Graz schicken einen rein mit Wasserstoff betriebenen Bus auf die Straßen von Graz. Der Bus der Firma Solaris ist eigentlich ein Elektrobus, der seine Energie aus einer Brennstoffzelle bezieht. Der Wasserstoff dient als Kraftstoff.

Ein rein mit Wasserstoff betriebener Bus wird eine Woche lang auf den Straßen von Graz und Umgebung unterwegs sein. Interessierte können auf den Linien von Holding Graz und ÖBB-Postbus kostenlos mitfahren. Geplant ist, dass der Bus ab Herbst im Testbetrieb auf der neuen Tangentiallinie 66 von Graz-Wetzelsdorf nach Graz-St.Peter eingesetzt wird, hieß es bei der Präsentation.

Ein Elektrobus der Firma Solaris

Der Bus - er ist laut Barbara Muhr von der Holding Graz rund doppelt so teuer wie ein herkömmlicher Dieselbus - wird von der Firma Solaris für den Testbetrieb zur Verfügung gestellt. Er wird auf unterschiedlichen Linien in Graz und Umgebung getestet, betankt wird er in der österreichweit bisher noch einzigen für Busse benutzbaren Wasserstoff-Tankstelle der HyCentA Research GmbH in Graz. Rund 30 Kilogramm Wasserstoff können pro Tankvorgang aufgenommen werden.

Neue Linie 66 mit wasserstoffbetriebenen Bussen

Das Transportfahrzeug ist eigentlich ein Elektrobus, der seine Energie aus einer Brennstoffzelle bezieht, Wasserstoff ist der Kraftstoff. Durch Sauerstoffzufuhr erfolgt in der Brennstoffzelle eine chemische Reaktion, bei der Energie erzeugt wird, die den Bus antreibt, erklärte Postbus-Geschäftsführerin Silvia Kaupa-Götzl bei der Präsentation vor wenigen Tagen vor dem Grazer Rathaus. Die Reichweite für rund 90 Fahrgäste betrage rund 350 bis 450 Kilometer pro Tankfüllung, die Betankung dauere rund 20 Minuten.

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"Er ist leise, er ist CO2-neutral und er fährt sich wunderbar", warb Kaupa-Götzl. Der Postbus transportiert jährlich rund 208 Millionen Fahrgäste und ist überwiegend mit Dieselbussen unterwegs. Langfristig will man auf klimaschonende Antriebe umstellen. Neben dem Einsatz von batteriebetriebenen Elektrobussen testen Holding und Postbus als erste Unternehmen in Österreich einen Wasserstoffbus im Linienbetrieb. "Klar ist, dass es für einen Regeleinsatz eine umfassende Anschubfinanzierung braucht sowie Investitionen in Elektrolyseure und Tankstellen", hielt Kaupa-Götzl fest.

Probebetrieb in Graz und Umgebung

Ab 2025 will die Stadt Graz nur mehr emissionsfreien öffentlichen Verkehr betreiben. "Bei unseren Neuanschaffungen von Bussen und Straßenbahnen setzen wir auf einen Mix von CO2-neutralen Antriebstechnologien", sagte der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP). Im öffentlichen Verkehr in Graz werden laut Nagl täglich von rund 300.000 Menschen an die 42.000 Kilometer zurückgelegt. Dafür kommen jährlich rund sieben Millionen Liter Diesel zum Einsatz. "Das ist enorm und das will ich hinaus bekommen", sagte der Bürgermeister. Er will Wasserstoffbusse künftig auf der neuen "Route 66", der Strecke vom Grazer Westen über Don Bosco und Liebenau nach Graz-St.Peter zum Einsatz bringen. Gedacht ist an sieben Busse, führte Muhr, aus.

Steiermarkweit werden rund 90 Millionen Euro jährlich in den öffentlichen Verkehr investiert, davon fließen rund 25 Millionen in den Ausbau der Infrastruktur, schilderte der steirische Verkehrs-und Umweltlandesrat Anton Lang (SPÖ). Im Großraum Graz stelle der Pendelverkehr eine große Herausforderung dar. Bei dem steirischen Ziel, die Emissionen bis 2030 um 40 Prozent zu senken, spiele der öffentliche Verkehr eine große Rolle, am Antrieb mit Wasserstoff führe in diesem Bereich laut Landesrat Lang "kein Weg vorbei". (apa/red)

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