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ÖBB braucht Tausende neue Mitarbeiter

Da in den nächsten Jahren 10.000 ÖBB-Mitarbeiter gehen, suchen die Österreichischen Bundesbahnen „in der gesamten Palette der Berufsgruppen“ neue Leute. Das ist auch die Chance auf eine Rundumerneuerung.

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„In den nächsten fünf bis sechs Jahren werden 10.000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, teils weil sie in Pension gehen oder aus sonstiger Fluktuation. Daher werden in der gesamten Palette der Berufsgruppen neue Leute gesucht, sagte ÖBB-Chef Andreas Matthä. Laufend würden Lokführer, Programmierer und IT-Fachleute, Techniker, Fahrdienstleiter, Bürokräfte etc. ausgebildet. Insbesondere bei den Lokführern gebe es in ganz Europa derzeit einen Engpass, erklärt ÖBB-Chef Andreas Matthä. Für die Staatsbahn bedeute dies eine große Herausforderung, aber auch "eine Riesen-Chance", sagte der Bahn-Boss. Die Staatsbahn-Mitarbeiter seien "normale Angestellte", da müsse sich der Arbeitgeber bemühen, sie im Unternehmen zu halten. Derzeit sind rund 40.000 Menschen bei den ÖBB beschäftigt, inklusive der Belegschaft der ungarischen Güterbahn. 

Auch die Digitalisierung führt zum Umbruch

Nicht nur eine personelle Neuaufstellung birgt dabei sowohl Chancen als auch Risiken, auch die Digitalisierung verändert das Bahn-Geschäft nachhaltig. Deshalb sei für die "ÖBB der nächsten Generation" die Digitalisierung ein wichtiges Ausbauziel, so Matthä. Er spricht dabei vor allem von "störungsfreiem Handy-Telefonieren", das bis Ende des Jahres auf der Weststrecke möglich sein soll. 

Aber auch auf anderen Strecken werde investiert und eine Verdichtung der Handy-Masten angestrebt. Insgesamt fließen 100 Millionen Euro in entsprechende Investitionen, davon kommen 70 Millionen von den ÖBB und 30 Millionen von den Mobilfunkern. Mittlerweile werden 1,5 Millionen Tickets über die ÖBB-App verkauft, ein Viertel des Umsatzes kommt aus digitalen Verkaufskanälen. "Wir stehen erst am Beginn dieser Entwicklung", meint Matthä.

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Autonome Autos, autonome LKW, wo ist die autonome Bahn?

Das autonome Bahnfahren, also Züge ohne Lokführer, sei derzeit noch ein Forschungsfeld. Matthä will sich aber nicht davor verschließen, so könnten im Güterverkehr auf Zubringerstrecken fahrerlose Züge eingesetzt werden. Grundsätzlich solle die Bahn als Dienstleistungsunternehmen im Personenverkehr den Kunden aber jemanden als Ansprechpartner für menschliche Kommunikation anbieten, meint er.

Auch die Internationalisierung im Bahnverkehr ist eine wichtige Komponente der ÖBB. So fahre man etwa für eine Kundenfirma in Oberösterreich bis nach China. Zwar stehe der Schienengüterverkehr in ganz Europa unter Druck, weil die Grundstoffindustrie abgebaut und Kohlekraftwerke zugesperrt werden, aber dafür steige durch die hohe Arbeitsteiligkeit der Wirtschaft der Containerverkehr sehr stark. (apa)

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