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ÖBB bieten Direktverbindung Berlin-Prag-Wien-Graz

Deutschland, Österreich und Tschechien wollen die Bahnverbindungen über ihre Grenzen ausbauen. Die ÖBB schicken ab Mitte Juni einen Railjet von Berlin über Prag bis nach Wien und Graz - die erste direkte Verbindung auf dieser Strecke nach jahrelanger Pause.

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Deutschland, Österreich und Tschechien wollen die Bahn-Verbindungen zwischen den drei Ländern ausbauen. Der Text einer gemeinsamen Absichtserklärung sei vorbereitet und werde heuer unterzeichnet, kündigte der Bahnbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Enak Ferlemann, an. Darin gehe es um den Aus- und Neubau von Streckenabschnitten auf dem Korridor Berlin-Dresden-Prag-Wien.

ÖBB: Erste Direktverbindung Berlin-Prag-Wien nach Jahren

Von Mitte Juni an gibt es nach mehreren Jahren Pause wieder eine direkte Zugverbindung auf der Strecke von Berlin über Prag nach Wien. Ein Railjet der ÖBB fährt nach Angaben des Unternehmens vom 15. Juni zeitig in der Früh über Dresden und Prag nach Wien und Graz. Ein Zug in der Gegenrichtung kommt am späten Abend in Berlin an. Eine bekannte Verbindung auf dieser Strecke war bis Ende der 1980er Jahre der Zug Vindobana der DDR-Reichsbahn.

Gespräche über Neubaustrecke zwischen Dresden und Prag

Ebenfalls noch heuer sollen demnach Verhandlungen über einen Staatsvertrag zur geplanten Neubaustrecke zwischen Dresden und Prag beginnen, wie Ferlemann auf eine Anfrage der deutschen Grünen antwortete, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Fraktion der Grünen im Bundestag kritisierte, dass der Bund grenzüberschreitende Schienenwege nur sehr langsam ausbaue. "Fast kann man den Eindruck gewinnen, als hätte die Bundesregierung im Eisenbahnnetz die Öffnung der Grenze verschlafen, so wenig hat der Bund seit 1990 in die grenzüberschreitenden Strecken investiert", sagte der Verkehrspolitiker Matthias Gastel.

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Seit 1990 sei in Schienen Richtung Tschechien ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag geflossen, in die grenzüberschreitenden Autobahnen dagegen 1,1 Milliarden Euro. Der Luftverkehr zwischen Deutschland und Tschechien habe sich verdreifacht.

Zugverkehr zwischen Deutschland und Tschechien nimmt zu

Auch der Zugverkehr nimmt zu. Über Bad Schandau (Sachsen) fuhren im vergangenen Jahr 20.000 Güterzüge zwischen Deutschland und Tschechien hin und her, mehr als doppelt so viele wie 2005. Die Zahl der Personenzüge verdreifachte sich nahezu und erreichte knapp 7.000. Auch über das bayerische Schirnding fuhren mehr Züge von und nach Tschechien.

Die Neubaustrecke Dresden-Prag soll die Reisezeit zwischen Berlin und der tschechischen Hauptstadt von mehr als vier Stunden auf zweieinhalb Stunden verkürzen. Der erste öffentliche Auftrag, die gemeinsame Projektsteuerung, wurde vor zwei Wochen ausgeschrieben.

Vorgesehen ist eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke auf 43 Kilometern zwischen dem sächsischen Heidenau und der Stadt Aussig an der Elbe (Usti nad Labem) in Tschechien. Sie soll die Fahrzeit zwischen Dresden und Prag von zwei auf eine Stunde verkürzen und das Elbtal entlasten. Zur Neubaustrecke soll auch ein mindestens 25 Kilometer langer Tunnel gehören. Die Deutsche Bahn rechnet jedoch nicht damit, dass die Strecke vor Ende der 2030er Jahre fertig wird. (dpa/apa/red)

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