Mineralölindustrie

Öbag verlängert Syndikatsvertrag der OMV mit Abu Dhabi

Die österreichische Staatsholding und der staatliche Fonds der Vereinigten Arabischen Emirate haben den Syndikatsvertrag der OMV für die nächsten zehn Jahre verlängert. Das heißt, dass der arabische Staatsfonds weiter knapp ein Viertel am größten österreichischen Industriekonzern hält.

OMV-Konzernchef Rainer Seele und ÖBAG-Chef Thomas Schmid bei der Videokonferenz mit Vertretern von Mubadala anlässlich der Unterzeichnung des neuen Vertrags.

Die OMV-Kernaktionäre - die österreichische Staatsholding ÖBAG und der Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate, Mubadala - haben ihren Syndikatsvertrag für die nächsten zehn Jahre verlängert. Das gab die Österreichische Beteiligungs-AG bekannt.

Die Vereinbarung wurde von ÖBAG-Chef Thomas Schmid und dem CEO der Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding, Mussabeh Al Kaabi, in einer virtuellen Sitzung unterzeichnet. Damit werde die seit 1994 bestehende Partnerschaft zwischen Österreich und Abu Dhabi erweitert, heißt es in der Mitteilung. Der Inhalt des Syndikatsvertrages wird geheim gehalten.

Zuletzt war der OMV-Syndikatsvertrag im Jahr 2016 zwischen der damaligen österreichischen Staatsholding ÖBIB und der IPIC (International Petroleum Investment Company) verlängert und "modernisiert" worden, wie es damals hieß - und zwar "auf unbestimmte Zeit", tatsächlich hätte es aber in eineinhalb Jahren eine Ausstiegsmöglichkeit aus dem Vertrag gegeben.

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Nun binden sich die beiden OMV-Kernaktionäre für ein weiteres Jahrzehnt aneinander, um damit Stabilität zu signalisieren - zumal es nach dem Borealis-Deal Vermutungen gab, Abu Dhabi könnte auch einen Rückzug aus der OMV planen.

"In Krisenzeiten sind stabile Aktionärsstrukturen entscheidend, wenn es um die Sicherung von globalen Unternehmen wie der OMV geht", sagte ÖBAG-Chef Schmid laut Mitteilung. "Daher ist die Fortsetzung dieser Zusammenarbeit ein großer Erfolg für den Wirtschaftsstandort Österreich." Die OMV "bleibt ein starker und wichtiger Teil unseres Portfolios", betonte auch Mubadala-Chef Al Kaabi.

Eckdaten zur ÖBAG und Mubadala

Die Mubadala Investment Company hält über ihre Tochter Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company 24,9 Prozent der OMV-Anteile. Der ÖBAG gehören 31,5 Prozent der OMV.

Die ÖBAG hält derzeit elf staatliche Beteiligungen mit einem Gesamtwert von rund 19,4 Mrd. Euro: OMV, Post, Telekom Austria, Casinos, BIG, APK Pensionskasse, GBK-Bergbau, IMIB, Schoeller-Bleckmann und Fimbag. Der Verbund wird von der ÖBAG für das Finanzministerium gemanagt. (apa/red)