Elektromobilität

ÖAMTC: Förderung von Elektroautos hilft dem Klima nicht

Der heimische Autofahrerklub ÖAMTC ist gegen die gerade diskutierte Kaufprämie für Elektroautos. Davon würden "fotoverliebte Politiker" profitieren, nicht jedoch das Klima. Wer alternative Antriebe stärken wolle, müsse bei der Infrastruktur ansetzen - etwa mit mehr Ladestationen und Wasserstofftankstellen.

Der Autofahrerklub ÖAMTC spricht sich gegen eine vielfach diskutierte Kaufprämie für Elektroautos aus. Von einer solchen Förderung "würden derzeit lediglich die Autoindustrie und fotoverliebte Politiker profitieren. Dem Klima hilft man damit nicht", erklärte Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung.

Norwegen: Stromer vor allem als Zweitautos im Einsatz

Rein batteriebetriebene E-Fahrzeuge würden noch keinen vollwertigen Ersatz für Autos mit Verbrennungsmotor darstellen. Das Beispiel Norwegen zeige, dass privat angekaufte Elektrofahrzeuge lediglich Zweit- oder Drittautos ersetzen würden.

Kaufprämien würden in solchen Fällen nur zu "Mitnahmeeffekten" führen, bei denen potenzielle Käufer, die sich ohnehin ein Elektroauto angeschafft hätten, auch gerne die Förderung in Anspruch nehmen würden, so der ÖAMTC-Vertreter.

Wolle man alternative Antriebe wirklich nachhaltig fördern, müsse zuerst bei der Infrastruktur angesetzt werden - für batteriebetriebene Kfz heiße das Förderung von Ladestationen im öffentlichen Raum, für Brennstoffzellen-Antriebe von Wasserstofftankstellen.

Deutsche Kaufprämien greifen nicht

Die deutschen Kaufprämien würden nicht greifen. Trotz 4.000 Euro Kaufprämie für reine Batterie-E-Fahrzeuge seien von Anfang Juli bis Ende September lediglich 2.650 Anträge gestellt worden. Zugleich seien in Deutschland 821.944 Pkw neu zum Verkehr zugelassen worden.

Ähnlich in Österreich: In Salzburg erhalte man seit Anfang 2016 als Privater bis zu 6.000 Euro beim Kauf eines E-Autos, bis Anfang September hätten nur 35 Autofahrer davon Gebrauch gemacht, so Wiesinger. (apa/red)

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