Steuern

ÖAMTC: Es droht eine massive Erhöhung der Nova

Nach Abwahl der österreichischen Bundesregierung liegt die von ÖVP und FPÖ geplante Steuerreform auf Eis. Damit drohen Autofahrern sehr hohe zusätzliche Kosten. Nach Berechnungen des ÖAMTC beträgt die Mehrbelastung 570 Millionen Euro.

Der ÖAMTC hat inmitten der Regierungskrise vor einer Autofahrer-Mehrbelastung von 570 Millionen Euro gewarnt. Hintergrund ist die von ÖVP und FPÖ geplante Steuerreform, die nach dem Platzen der Koalition auf Eis liegt. Im Zuge der Steuerreform war geplant, die Berechnungsformel der Normverbrauchsabgabe (NoVA) so zu ändern, dass diese trotz höherer Messwerte nicht steigt.

Für das Steuerreformgesetz I, das neben der Anpassung der NoVA unter anderem auch eine Ökologisierung der motorbezogenen Versicherungssteuer vorsah, endet heute, Dienstag, die Frist für Stellungnahmen. In Begutachtung geschickt worden war es Anfang Mai, als ÖVP und FPÖ noch an einem Strang zogen. Es ist eines von mehreren Gesetzesvorhaben, dass nach dem Ibiza-Video, an dem die Koalition zerbrach, liegen geblieben ist.

Autofahrer müssen möglicherweise mehr zahlen - obwohl sich nichts ändert

Der ÖAMTC fordert eine "Lösung im Sinne der Konsumenten". "Es kann und darf nicht sein, dass die Konsumenten die Zeche für die neuen, höheren Laborwerte zahlen, obwohl sich am Verbrauch auf der Straße nichts ändert", sagte ÖAMTC-Experte Martin Grasslober.

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Der Autofahrerklub beruft sich auf eine Information des Finanzministeriums, wonach noch bis Ende 2019 die früheren, niedrigeren NEFZ-Messwerte als Basis für die Normverbrauchsabgabe und den Sachbezug bei Privatnutzung eines Dienstwagens heranzuziehen seien. Ab 1. Jänner 2020 soll die Steuer anhand der realistischeren, aber höheren WLTP-Werte bemessen werden. Ohne Änderung der Berechnungsformel erhöhe sich die NoVA um 570 Mio. Euro, so der ÖAMTC. Die Interessenvertretung hat diese Zahl auf Basis der Erstzulassungen der vergangenen Monate errechnet.

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Autofahrerklub gegen höhere Steuern für Autofahrer

"Für uns steht fest, dass der Pkw-Verkehr seinen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen leisten muss. Es ist also wichtig und richtig, die steuerlichen Anreize zum Kauf effizienterer Neufahrzeuge zu verstärken. Was es aber nicht braucht, ist eine Erhöhung der Steuerlast für die Konsumenten", erklärte Grasslober.

Die Normverbrauchsabgabe fällt einmalig beim Kauf eines neuen Autos an. Für ein Durchschnittsauto beträgt sie einige hundert Euro, bei PS-starken SUV können es auch mehrere tausend Euro sein. Die Höhe hängt vom Preis des Autos sowie dessen CO2-Emissionen ab. Deshalb betrifft die NoVA faktisch nur Dieselautos und Benziner. Reine Elektroautos sind von der Abgabe befreit.

Nova: Nur ein kleiner Teil der Versicherungssteuer

Im Vergleich zu anderen Kosten rund ums Auto macht die NoVA sowie auch die motorbezogene Versicherungsteuer nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten aus. Laut dem ÖAMTC-Kostenrechner kostet ein neuer VW Golf, Österreichs meistverkauftes Auto, Monat für Monat mindestens rund 500 Euro. Bis zu 50 Prozent der Kosten macht dabei allein der laufende Wertverlust aus. Danach folgen die Kosten für Sprit, Wartung und Haftpflichtversicherung.

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