Vorarlberg

Obervermuntwerk II: Zweitgrößtes Kraftwerk Vorarlbergs geht in Betrieb

Das zweitgrößte Kraftwerk Vorarlbergs ist nun in Betrieb: Obervermunt II hat eine Leistung von rund 360 Megawatt im Turbinen-und Pumpbetrieb, hat eine halbe Milliarde Euro gekostet und ging nach einer Bauzeit von vier Jahren pünktlich ans Netz.

Das neue Pumpspeicherkraftwerk Obervermuntwerk II des Vorarlberger Energieversorgers Illwerke/VKW ist offiziell eröffnet worden. Mit einer Leistung von rund 360 Megawatt im Turbinen-und Pumpbetrieb ist Obervermunt II das zweitgrößte Kraftwerk Vorarlbergs. Es ging nach einer Bauzeit von etwa vier Jahren pünktlich ans Netz, auch das veranschlagte Budget von 500 Mio. Euro wurde gehalten.

Mit den Planungen für das Obervermuntwerk II war bereits vor neun Jahren begonnen worden, der Baustart erfolgte im Mai 2014. Das unterirdisch entstandene Obervermuntwerk II nutzt die Fallhöhe zwischen zwei Seen, dem auf rund 2.000 Metern Höhe gelegenen Silvretta-Stausee und dem rund 300 Meter tieferen Vermuntsee, um bei Bedarf zügig Spitzen- und Regelenergie an das öffentliche Stromnetz abgeben zu können. Wenn überschüssige Energie im Netz die Versorgungssicherheit gefährdet, wird das Wasser zurück in den Silvrettasee gepumpt. Es ist als Parallelkraftwerk zum Obervermuntwerk I konzipiert.

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Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) betonte beim Festakt vor 700 geladenen Gästen die Bedeutung des Kraftwerks für das Land. Mit Obervermunt II werde Vorarlbergs eigenständiger Kurs am Energiesektor weiter gestärkt. "Von diesem bewährten Weg, der eine hohe Versorgungssicherheit und moderate Strompreise gewährleistet, profitieren Bevölkerung und unsere Wirtschaft gleichermaßen", sagte der Regierungschef. Er verwies auch auf das ambitionierte Energieautonomie-Ziel, das sich Vorarlberg gesteckt hat. Demnach sollen sich bis zum Jahr 2050 der Energieverbrauch und die Energieerzeugung aus heimischen erneuerbaren Energieträgern in Vorarlberg die Waage halten.

Die Bedeutung des Obervermuntwerks II für ein Gelingen der Energiewende wurde auch von Illwerke/VKW-Vorstand Helmut Mennel unterstrichen. "Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass unsere flexiblen, schnell einsetzbaren Pumpspeicherkraftwerke zukünftig eine noch entscheidendere Rolle spielen werden", sagte er. Darüber hinaus zeigte er sich stolz darauf, dass das Projekt fristgerecht und unter Einhaltung der veranschlagten Kosten abgeschlossen wurde.

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Mennels Vorstandskollege Christof Germann richtete einen besonderen Gruß an die Vertreter des deutschen Energieversorgers Energie Baden-Württemberg (EnBW), mit dem die Illwerke seit Jahrzehnten vertraglich verbunden sind. "Möglich wurde die Entscheidung für den Bau des Obervermuntwerks II nur durch diese vertrauensvolle Partnerschaft", hielt Germann fest. Die EnBW vermarktet bis 2041 50 Prozent der Energie aus den Kraftwerken der Illwerke und beteiligte sich über die Jahreskosten auch an den Errichtungskosten für das Obervermuntwerk II. (apa/red)