Finanzierung

Oberösterreichischer Autozulieferer HTI weiter unter Druck

Beim oberösterreichischen Autozulieferer HTI wird Vorstandschef Peter Glatzmeier Ende Juni gehen, Finanzchef Bernd Schedler bleibt alleiniger Vorstand. Seine Zahlen für 2016 will HTI später veröffentlichen. Im Hintergrund gab es Verhandlungen mit Finanzfirmen.

Beim oberösterreichischen Auto-und Luftfahrtzulieferer HTI kommt es zu Änderungen in der Konzernführung. Vorstandschef Peter Glatzmeier (60) geht Ende Juni, Finanzchef Bernd Schedler (47) bleibt alleiniger Vorstand. Das teilte HTI soeben mit.

Schedler wurde erst im Herbst 2016 als neuer Finanzchef von HTI ernannt. Seit damals ist auch bekannt, dass Glatzmeiers Vertrag Ende Juni ausläuft: Oberösterreichischer Zulieferer HTI hat einen neuen Finanzchef >>

Aktueller Finanzbericht auf Ende Juni verschoben

Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen dafür, dass der in St. Marien bei Neuhofen ansässige Hersteller gerade keine einfache Phase durchmacht. Denn vor wenigen Tagen gab HTI bekannt, die Veröffentlichung des Jahresfinanzberichtes 2016 verschieben zu müssen. Grund sei die Klärung von "Bilanzierungsfragen in Zusammenhang mit Werthaltigkeitsprüfungen".

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Im Herbst 2016 meldete der Zulieferer, dass die Umsätze im ersten Halbjahr zurückgegangen seien: HTI weitet seine Verluste im Halbjahr aus >>

Jetzt soll der Finanzbericht spätestens zum 30. Juni 2017 veröffentlicht werden. Man sei "zuversichtlich", den Zeitpunkt halten zu können. Bereits 2015 sowie im Sommer 2016 musste HTI die Veröffentlichung seiner Zahlen verschieben: Geldprobleme: Bilanz des Wiener Zulieferers HTI wieder verschoben >>

Ominöse Besitzverhältnisse

Recht ominös scheinen die aktuellen Besitzverhältnisse am oberösterreichischen Hersteller zu sein, der auf Leichtbaukomponenten spezialisiert ist. Als Hauptaktionär von HTI fungiert offenbar aktuell eine in Berlin gemeldete Firma namens "High Tech Industries Investment GmbH".

Diese Firma hat vorher einen Großteil der Aktien von der luxemburgischen Finanzfirma MCP A Holding bekommen. Sie tritt als "Finanzierungstreuhänder" auf und soll die Aktien "wirtschaftlich zu Gunsten des Aktionärs MCP A halten und auch die Interessen des internationalen Finanzierungspartners Qalloy wahren", wie HTI hier berichtet hat. Mittelfristig sollte die in Berlin gemeldete Firma über 90 Prozent der Aktien am Hersteller übertragen bekommen.

Kapitalumschichtungen im Hintergrund

Bei der jetzigen Verschiebung des Finanzberichts spielen die Verhandlungen mit der Finanzfirma Qalloy offenbar eine zentrale Rolle. Qalloy ist für die Oberösterreicher im Moment der "Haupt-Finanzierungspartner", wie HTI vor wenigen Tagen gemeldet hat. Diese Finanzfirma hat ihren Sitz in Luxemburg. Hinter ihr steht die in Doha in Katar ansässige Investmentbank Qinvest LLC.

Erst Ende April hat HTI mit der Finanzfirma Qalloy neue Konditionen vereinbart. Mit dieser Vereinbarung soll ein Teilbetrag des von Qalloy zur Verfügung gestellten Kapitals von 40 Millionen Euro in buchmäßiges Eigenkapital umgewandelt werden. Dieser Schritt solle "ein allfälliges negatives Eigenkapital der HTI saniert und die Eigenkapitalquoten der HTI deutlich erhöht" werden, so der Hersteller in einer Pflichtmitteilung.

Eckdaten zu HTI: Vier Standorte in Österreich und der Slowakei

HTI High Tech Industries hat seinen Sitz in St. Marien bei Neuhofen in Oberösterreich. Das Unternehmen ist auf den Bereich Leichtbau spezialisiert und produziert in den Bereichen Aluminium-Druckguss und Kunststoff-Spritzguss.

Die Gruppe beschäftigt aktuell rund 800 Mitarbeiter inklusive Leiharbeitern an vier Standorten in Österreich und der Slowakei. HTI ist auch an einem Joint Venture für Werkzeugbau in Rumänien beteiligt.

(pm)

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