Elektroindustrie

Oberösterreichische Keba reduziert Umsatz - wegen der Abrechnung

Die Linzer Elektronikfirma Keba hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die Mehrheit am Unternehmen Kemas in Sachsen übernommen und zugleich den Umsatz reduziert - aus Abrechnungsgründen, wie Firmenchef Gerhard Luftensteiner meinte. Die Oberösterreicher bekommen bei ihren Projekten auch die Auswirkungen der Anschläge von Paris zu spüren.

Kemas KEBA Elektroindustrie Gerhard Luftensteiner

Die Linzer Elektronikfirma Keba mit Hauptsitz in Linz hat im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr einen von 189,5 auf 181 Mio. Euro verringerten Umsatz bilanziert. Der Vorstandsvorsitzende Gerhard Luftensteiner begründete dies mit Abrechnungsgründen. Ansonsten sei die Geschäftsentwicklung aber stabil, erklärte er.

Der Umsatzrückgang ergebe sich durch auslaufende Projektgeschäfte. Betrachte man hingegen die vergangenen 5 Jahre, betrage das durchschnittliche jährliche Wachstum der Keba-Gruppe 10,2 Prozent. Dies sei zusammen mit der wachsenden Mitarbeiterzahl - seit 2012/2013 von 810 auf 950 - für ihn die wichtigste Kenngröße, erklärte Luftensteiner. Eine angepeilte Umsatzzahl kommunizierte er auch heuer nicht: "Zu kurzfristig, es wird sowieso immer alles anders." Die Planbarkeit werde durch die Rahmenbedingungen erschwert.

Auswirkungen der Anschläge von Paris

Keba habe im Bereich Bankautomation eine sehr gute Marktposition. Doch nach Jahren des Wachstums spüre man, dass die Bankenbranche im Umbruch sei und sich deshalb mit Investitionen und Entscheidungen darüber zurückhalte. Zudem würden nicht plan- oder kalkulierbare Faktoren eine Rolle spielen. Nach den Terroranschlägen in Paris sei Keba "Opfer" eines unvorhersehbaren Projektstopps in Frankreich und in Spanien geworden - Paketstationen sollen aus Sicherheitsgründen nur mehr eine Ausgabe, aber keine Entgegennahme mehr ermöglichen.

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Das Unternehmen arbeite deshalb nur mehr mit einer Mehrjahresbetrachtung. Es investiere in neue Produkte und Lösungen, bei denen er zuversichtlich sei, dass sie eine Zukunftschance am Markt haben. Dann versuche man die Kunden dafür zu begeistern und Durchhaltevermögen zu beweisen, erläuterte der Vorstandsvorsitzende.

Zuletzt wurden 33,2 Mio. Euro investiert (plus 2,8 Prozent) - das bisher höchste Volumen in den Firmengeschichte. Die Exportquote blieb mit 84,5 Prozent weitgehend gleich. Nicht eingerechnet in die Bilanz ist der Anteil von 25 Prozent an CBPM-Keba - ein Joint Venture für Bankautomaten mit einer Tochterfirma der Chinesischen Nationalbank. Diese Firma steigerte ihren Umsatz zuletzt von 74,8 auf 77,2 Mio. Euro und ihre Belegschaft von 640 auf 710 Personen.

Übernahme von Kemas in Sachsen

Mit Ende Mai hat die Keba AG das deutsche Familienunternehmen Kemas GmbH - die Namensähnlichkeit ist zufällig und steht für Key Management Systems - mit Sitz in Oberlungwitz in der Nähe von Chemnitz in Sachsen zu 80 Prozent übernommen. 20 Prozent bleiben beim Gründer und seinem Sohn. Die Firma ist Spezialist für sichere Selbstbedienungs-Übergabelösungen für unter anderem Schlüssel, Post, Arbeitsmittel, Werkzeuge, Textilien und Waffen. Der Umsatz der Firma mit 75 Mitarbeitern betrug zuletzt 7,7 Mio. Euro. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. (apa/red)

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