Umwelttechnik

Oberösterreicher übernehmen Mehrheit am US-Marktführer Camcorp

Die Umwelttechnikfirma Scheuch hat die Mehrheit am US-Unternehmen Camcorp übernommen. Die Beteiligung soll den Oberösterreichern als ein Sprungbrett in den Markt Nordamerikas dienen - aber nicht nur.

Energie & Umwelt Anlagenbau Scheuch Stefan Scheuch Übernahmen

Die Umwelttechnikfirma Scheuch mit Sitz in Aurolzmünster im Innkreis ist mit einer nicht näher bezifferten Mehrheitsbeteiligung beim US-Marktführer Camcorp in Lenaxa im US-Bundesstaat Kansas eingestiegen. Diese Beteiligung werde die Ausgangsbasis für den Eintritt in den nordamerikanischen Markt bieten, teilt Scheuch mit.

"Technologisch ausgereifte Produktpalette"

Sowohl Camcorp als auch Scheuch sind familiengeführte Unternehmen. Camcorp hat rund 70 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Umsatz von umgerechnet 16 Mio. Euro. Der Hersteller sei beispielsweise im Bereich Engineering sowie "mit eigener Produktion in Branchen unterwegs, in denen wir noch nicht aktiv sind", so Geschäftsführer Stefan Scheuch. Besonders wichtig sei daher "der Know-how Transfer von den USA nach Österreich und umgekehrt. Es steckt viel Wissen in der technologisch ausgereiften Produktpalette unserer neuen Tochtergesellschaft."

Die Scheuch-Gruppe wurde 1963 als Spenglerei gegründet. Heute ist der Hersteller auf Anlagen für die Luftreinhaltung im industriellen Bereich spezialisiert. Scheuch konzentriert sich dabei auf Luft- sowie Umwelttechnik im industriellen Bereich mit Absaugung, Entstaubung, Förderung, Rauchgasreinigung oder den Anlagenbau.

Das Geschäftsjahr schließt Scheuch Ende Februar ab, die jüngsten verfügbaren Zahlen betreffen daher das Geschäftsjahr 2014/2015. Damals lag der Umsatz bei 127,4 Mio. Euro, der Exportanteil bei 80 Prozent und die Mitarbeiterzahl bei rund 1.000.

Oberösterreicher wollen auch in Asien expandieren

Für das aktuelle Geschäftsjahr sei ein Auftragszuwachs von fast 40 Prozent auf knapp 170 Mio. Euro abzusehen, erklärte die Firma. Die mehrheitliche Übernahme von Camcorp wirke sich erst im kommenden Jahr aus. Dann werden 200 Mio. Euro angepeilt.

Dazu beitragen soll auch der Ausbau der Geschäftstätigkeit nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auf globalen Märkten wie beispielsweise China, Südamerika und Mittlerer Osten. 2015 wurde die Scheuch Asia Ldt. in Bangkok als Drehscheibe im südostasiatischen Raum gegründet. (red/apa)