Finanzierung

Oberbank finanziert als erstes Kreditinstitut Europas Iran-Investitionen

Als erste Bank in Europa wird die Linzer Oberbank ab 21. September Investitionen im Bereich Anlagenbau, Umwelttechnik, Infrastruktur und Gesundheit mit dem Iran finanzieren. Ein enormer Wettbewerbsvorteil für die heimische Industrie.

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Assalouye Gasfeld im Iran: Ab 21. September sind für Österreichische Unternehmen auch langfristige Finanzierungen ab zwei Jahren im Iran möglich.

Wenn am 21. September der Vizegouverneur der iranischen Notenbank und der stellvertretende Finanzminister aus Teheran nach Linz kommen, dürfte eine Ära enden. Denn seit der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen mit dem Iran können zwar Exportgeschäfte finanziert werden, längerfristige Finanzierungen für Investitionen aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Risken jedoch nicht. Ist die Tinte unter dem Papier trocken, wird sich das ändern.

„Auf Basis dieses Abkommens können wir Finanzierungen in Euro mit einer Laufzeit von über zwei Jahren für Investitionen im Bereich Anlagenbau, Infrastruktur, Photovoltaik und Wasserkraft sowie Gesundheit anbieten“ sagt Oberbank-Chef Franz Gasselsberger. Das siebtgrößte Kreditinstitut Österreichs hat seit eineinhalb Jahren an dem Vertrag verhandelt und ist europaweit die einzige Bank, die solch langfristige Finanzierung anbieten kann. Die Linzer sind schon jetzt mit einigen mittelständischen Unternehmen im Gespräch, die nach einer Finanzierung vor Ort suchen. „Das ist natürlich ein enormer Konkurrenzvorteil für die heimische Industrie“ sagt Gasselsberger.

Dem Vernehmen nach sollen Institute aus Dänemark, Deutschland und Italien ebenfalls in Verhandlung von Finanzierungs-Rahmenverträgen mit dem Iran sein. Das Land hat nach Jahren der wirtschaftlichen Isolation riesigen Investitionsbedarf, doch während große Unternehmen euphorisch auf den Markt drängten, waren finanzierende Banken bislang zurückhaltend. Dies vor allem, weil sich einige große Kreditinstitute mit US-Exposure, mit Finanzierungen im Iran die Finger verbrannt haben. Deutsche Bank und Commerzbank mussten wegen Verstössen gegen frühere US-Sanktionen hohe Strafen bezahlen.

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„Die Sanktionen gegenüber dem Iran sind nur zum Teil aufgehoben. Der Iran steht immer noch auf der schwarzen Liste. Daher müssen wir die Compliance Vorschriften und die Geldwäschevorschriften natürlich extrem sorgfältig beachten“ sagt Gasselsberger. Ab 21. September wird Gasselsbergers Team wohl viel zu tun haben.

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