Chemische Industrie

Nylon: Brüssel hat Bedenken gegen BASF-Übernahme

Das weltweite Nylon-Geschäft der belgischen Gruppe Solvay steht zum Verkauf. BASF will kaufen, doch die EU meldet Bedenken an.

Chemische Industrie Solvay BASF Übernahmen Europäische Union Belgien

Die EU-Kommission hat Bedenken gegen die Übernahme des weltweiten Nylon-Geschäfts der belgischen Solvay-Gruppe durch den deutschen Chemiekonzern BASF und leitet eine vertiefte Prüfung ein. Insbesondere befürchtet sie höhere Preise in der Produktionskette für Alltagsgegenstände wie Kleidung, Sportschuhe oder Teppiche, aber auch für die Industrie, wie die Brüsseler Behörde mitteilt.

BASF hatte die Übernahme des Nylon-Geschäfts von Solvay am 22. Mai angemeldet. Nach einem Zusammenschluss hätten beide zusammen auf dem Markt für Nylonverbindungen nach Darstellung der Kommission einen Marktanteil, der nahezu doppelt so groß wäre wie der des nächsten Wettbewerbers.

Das neue Unternehmen hätte demnach die Kontrolle über wesentliche Teile der Handelsmärkte und Produktionskapazitäten. Zudem wären Wettbewerber darauf angewiesen, von dem neuen Marktführer Vorprodukte für die Nylonproduktion zu beziehen. Hier hat die Kommission wettbewerbsrechtliche Bedenken.

Wettbewerber hätten auch Sorge, dass sie weniger Vorprodukte beziehen könnten, weil diese künftig in den Eigenbedarf des neuen Unternehmens gingen. BASF verkauft den Angaben zufolge schon heute nur einen kleinen Teil seiner Zwischenprodukte. Solvay sei dagegen bisher ein bedeutender Lieferant.

Die Kommission hat 90 Arbeitstage für eine Entscheidung über den Antrag zur Genehmigung der Fusion, also bis 31. Oktober. (dpa/apa/red)

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