Elektroindustrie

Nur zwei Finanzfirmen wollen Toshibas Konzerntochter Landis+Gyr

Der japanische Technologiekonzern Toshiba verkauft seine Schweizer Messtechnikfirma Landis+Gyr, doch große Industriebetriebe haben kein Interesse - an Bord sind nur mehr zwei Finanzfirmen. Landis+Gyr produziert unter anderem Smart Meter für Österreich.

Das Feld der Interessenten für die Schweizer Messtechnik-Tochter des angeschlagenen japanischen Technologiekonzerns Toshiba ist Insidern zufolge auf zwei Bewerber geschrumpft. Im Rennen um die Firma Landis+Gyr seien noch die Private-Equity-Tochter von Goldman Sachs und die kanadische Finanzfirma Onex, wie drei eingeweihte Banker der Nachrichtenagentur Reuters sagen.

Dagegen habe ein Konsortium bestehend aus dem Finanzinvestor CVC Capital Partners und dem japanischen Mischkonzern Hitachi das Handtuch geworfen. Auch der US-Industriekonzern Honeywell habe sich zurückgezogen.

Landis+Gyr, Goldman Sachs und CVC lehnten Stellungnahmen ab. Hitachi und Onex waren zunächst nicht erreichbar.

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Bindende Angebote werden nun für Juli erwartet

Eine erste Bieterrunde für Landis+Gyr war im Mai abgelaufen. Bindende Angebote werden nun für Juli erwartet. Toshiba bereitet auch einen Börsengang des Unternehmens vor, sollten die Offerten niedriger als erwartet ausfallen. Die Japaner hatten ursprünglich UBS für die Transaktion angeheuert. Später wurden für eine mögliche Erstnotierung (IPO) auch Morgan Stanley, Credit Suisse und JP Morgan ins Boot geholt.

Einer der Insider sagte, Toshiba peile einen Verkaufspreis in Höhe des Zwölffachen des Betriebsgewinns (Ebitda) an, der zuletzt bei 200 Millionen Dollar lag. Das habe viele Interessenten abgeschreckt. Ein fast zwei Milliarden Dollar schweres Angebot von CVC und Hitachi wurde Insidern zufolge abgelehnt. Honeywell habe sich aus Bewertungsüberlegungen und wegen des möglichen Börsengangs von Landis+Gyr zurückgezogen.

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Landis+Gyr stellt Zähler her, mit dem Versorgungsunternehmen und Endkunden den Verbrauch von Strom, Gas und Wasser messen können. 2011 übernahm Toshiba die Traditionsfirma aus der Zentralschweiz zusammen mit der staatsnahen Innovation Network Corporation of Japan (INCJ) für 2,3 Milliarden Dollar. Toshiba hält 60 Prozent, INCJ den Rest. Toshiba ist wegen der inzwischen insolventen US-Atomtochter Westinghouse in massive Schwierigkeiten geraten. (reuters/apa/red)

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