Währungen

Norwegische Krone stürzt ab - Notenbank will eingreifen

Die Norwegische Krone ist innerhalb von 24 Stunden stark gefallen und steht weiter unter hohem Druck. Inzwischen hat die Notenbank des Landes ein Eingreifen signalisiert.

Die Norwegische Krone ist innerhalb von 24 Stunden stark gefallen. Kostete ein US-Dollar in der Früh noch 10,50 Kronen, so musste man bereits 11,85 Kronen dafür bezahlen. Der Euro stieg gleichzeitig auf den neuen Rekordwert von 13 Kronen.

Als Grund für den markanten Fall der Landeswährung vermutet man in Oslo die Entwicklung des Ölpreises. Die Ankündigung Saudi-Arabiens, die Ölförderung anzukurbeln und die gleichzeitig sich ankündigende Wirtschaftsflaute durch die Corona-Krise schickten den Ölpreis schon davor auf Talfahrt.

Der vom norwegischen Rundfunk NRK befragte Analytiker Joachim Bernhardsen bezeichnete den rasanten Verfall der Norwegischen Krone innerhalb von 12-14 Stunden als "vollständigen Kollaps", mit dem trotz der bereits immanenten Schwäche der Krone niemand gerechnet habe.

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Norwegische Notenbank signalisiert Eingriff

An den Finanzmärkten steht die Währung weiter unter historisch hohem Druck. Die Norwegische Notenbank teilte mit, sie sei bereit, gegen den Sturzflug der Krone zu intervenieren.

In diesem Fall würde sie norwegische Kronen zur Stützung kaufen und Devisen verkaufen. Auf den Wechselkurs der Krone hatte die Ankündigung zunächst keine große Wirkung. Bei Stützungskäufen der eigenen Währung sind Notenbanken Grenzen in Form des eigenen Devisenbestands gesetzt.

Zwei Treiber belasten die Volkswirtschaft des Landes massiv

Die norwegische Wirtschaft wird gegenwärtig durch zwei Entwicklungen in die Zange genommen. Zum einen wird das skandinavische Land wie viele andere Staaten durch die Corona-Krise erschüttert. Zum anderen ist der Ölpreis in den vergangenen Wochen eingebrochen, was das rohstoffreiche Norwegen besonders hart trifft.

In den vergangenen beiden Tagen ist die Norwegische Krone so stark gefallen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Für einen amerikanischen Dollar mussten bis zu 12,13 Kronen gezahlt werden, für einen Euro wurden bis zu 13,17 Kronen fällig. Das sind jeweils Rekordniveaus. (dpa/apa/red)