Erdgas

Nord Stream 2 will ungeachtet von Sanktionen weiterbauen

Das Konsortium rund um Gazprom und OMV betont, die umstrittene Gasröhre durch die Ostsee trotz angedrohter Sanktionen der USA fertig zu bauen. Mehr als tausend Unternehmen aus 25 Ländern hätten sich "vollständig verpflichtet", das Projekt zu Ende zu bringen.

Das Betreiberkonsortium der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 hat seine Absicht unterstrichen, das Projekt trotz angedrohter US-Sanktionen fortzusetzen. Die beteiligten mehr als tausend Unternehmen aus 25 Ländern sähen sich "vollständig verpflichtet", das Projekt zu Ende zu bringen, erklärte die Nord Stream AG.

Am Vorabend hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg der Außenausschuss des US-Senats einen Gesetzestext verabschiedet, der Sanktionen gegen an der Pipeline beteiligte Unternehmen und Einzelpersonen vorsieht. Der Gesetzentwurf werde von der Nord Stream AG "ausgewertet", erklärte die Nord Stream AG dazu. Die Pipeline soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen.

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Um in Kraft zu treten, muss der Gesetzentwurf noch vom Plenum der US-Kongresskammer verabschiedet und von Präsident Donald Trump abgezeichnet werden. Trump ist ein scharfer Kritiker der Pipeline, die Gas direkt durch die Ostsee von Russland nach Deutschland befördern soll. Er wirft Deutschland vor, sich dadurch in Abhängigkeit von russischem Gas zu begeben. Der US-Präsident hat auch selbst mit Sanktionen gegen Beteiligte des Projektes gedroht.

Das Nord-Stream-Konsortium wird vom russischen Gazprom-Konzern angeführt, der die Hälfte der Finanzierung des 9,5-Mrd.-Euro-Projekts aufbringt. An der Finanzierung von Nord Stream 2 beteiligt sind unter anderem auch die österreichische OMV, die BASF-Tochter Wintershall und der Düsseldorfer Versorger Uniper. (afp/apa/red)