Erdgas

Nord Stream 2: Washington ruft wieder zum Ausstieg auf

Inzwischen fordern die USA offen den Ausstieg aus dem Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2. Obwohl es auch in Westeuropa Kritik daran gibt, ist eine Kehrtwende kaum zu erwarten.

Die USA haben offen den Ausstieg aus dem Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 gefordert. "Unsere Position ist ziemlich klar: Wir appellieren an alle Beteiligten, das Projekt zu beenden", sagte der für Energiesicherheit zuständige Staatssekretär im US-Außenministerium, Francis Fannon, in Washington.

Die Pipeline führt von Russland durch die Ostsee nach Greifswald in Deutschland. Bisherige Lieferwege für russisches Gas durch die Ukraine würden damit umgangen. Russland legt großen Wert auf die Pipeline. In der EU gibt es neben wirtschaftlichen und energiepolitischen Interessen an dem Projekt auch Kritik. Österreich steht dem Projekt positiv gegenüber. Auch der österreichische Öl-und Gaskonzern OMV hat sich am Bau beteiligt.

US-Präsident Donald Trump hat den Bau der Pipeline mehrmals als "furchtbar" bezeichnet und sich offen gegen die Realisierung ausgesprochen. Die Pipeline würde die Abhängigkeit Europas von russischen Energieressourcen weiter erhöhen, sagte Fannon. Es gebe keinen Anlass, den Worten von Russlands Präsident Wladimir Putin zu trauen, der eine Durchleitung von Gas über die Ukraine weiterhin zugesagt hatte.

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Die USA versuchen seit geraumer Zeit selbst, ihr im Überschuss vorhandenes und gefördertes Gas in Europa zu verkaufen. In Polen wird etwa gerade ein Terminal für Flüssiggas erweitert. In Litauen machte 2014 ein neues Terminal auf, in Kroatien soll eine solche Anlage 2020 öffnen und vor allem den ungarischen Markt bedienen. (dpa/apa/red)