Erdgas

Nord Stream 2: Spezialschiff von Gazprom erreicht die Ostsee

In wenigen Stunden soll ein russisches Schiff, das auf den Bau von Pipelines spezialisiert ist, in Königsberg (Kaliningrad) festmachen. Der russische Gasriese Gazprom hofft, damit bald die Arbeit an Nord Stream 2 wieder aufnehmen zu können.

Im Bild ein Spezialschiff, das beim Bau von Pipelines durch Meere eingesetzt wird. (Foto: Gazprom)

Nach dem Baustopp an der Ostseepipeline Nord Stream 2 soll das russische Spezialschiff für die Verlegung der restlichen Gasröhren an diesem Sonntag im Ostseehafen in Königsberg (Kaliningrad) festmachen. Die "Akademik Tscherski" erreicht nach dem Start im Februar im fernöstlichen Hafen Nachodka am 3. Mai das Ziel, wie das Schiffsradar Vesselfinder.com zeigte.

Experten erwarten, dass das Schiff des russischen Gasmonopolisten Gazprom in Kaliningrad, dem früheren Königsberg, technisch umgerüstet wird für die Fertigstellung der Leitung. Die Arbeiten stehen wegen US-Sanktionen seit Dezember still.

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Russlands Energieminister Alexander Nowak hatte zuletzt betont, dass die fehlenden rund fünf Prozent der Pipeline fertig gebaut würden. Es habe riesige Investitionen gegeben, und es bleibe nur noch wenig zu tun, sagte er Mitte April im TV-Kanal Rossija-1. Das Projekt ist mit rund zehn Milliarden Euro veranschlagt. Es fehlten noch rund 160 Kilometer an Röhren, damit die Leitung mit zwei Strängen von insgesamt 2.400 Kilometern vollständig sei, hieß es.

Wann Bauarbeiten wieder starten, steht offiziell noch nicht fest

Russland hatte erklärt, dass die "Akademik Tscherski" ("Akademik Cherskiy") die durch US-Sanktionen gestoppte Pipeline in der Ostsee fertigstellen könne. Einen offiziellen Termin für einen Neustart der Bauarbeiten gibt es bisher nicht. Kremlchef Wladimir Putin sagte im Jänner, dass Russland das Projekt aus eigener Kraft fertigstellen könne - bis Ende dieses Jahres oder Anfang 2021. Hintergrund dazu: Gazprom: Andere Pläne nach der Fertigstellung von Nord Stream 2 >>

Die Schweizer Firma Allseas, die mit Spezialschiffen Rohre in der Ostsee verlegt hatte, stellte Ende vorigen Jahres die Arbeiten wegen der US-Sanktionen ein. Die USA warnen vor einer zu großen Abhängigkeit der EU von russischem Gas. Auch die Ukraine und mehrere EU-Staaten wollen das Projekt verhindern. Ursprünglich sollte die Leitung Ende vorigen Jahres fertig sein. Deutschland, wo Nord Stream 2 anlanden soll, hatte die Sanktionen der USA kritisiert. Details: Merkel und Putin verteidigen Nord Stream 2 gegen Kritik >>>

(dpa/apa/red)