Erdgas

Nord Stream 2: Immer mehr Provokationen durch fremde Schiffe und Flugzeuge

Das Milliardenprojekt von Gazprom unter Beteiligung der OMV ist immer häufiger Ziel von "Provokationen" durch ausländische zivile und militärische Schiffe und Flugzeuge, so das Betreiberkonsortium. Bei der Position der USA zu dieser Pipeline macht der neue Präsident Joe Biden genau dort weiter, wo sein Vorgänger Donald Trump aufgehört hat.

Das Betreiberkonsortium von Nord Stream 2 sieht die Sicherheit der Pipeline durch Kriegsschiffe und Flugzeuge bedroht. Die Flotte des Projekts sei Ziel von regelmäßigen Provokationen durch ausländische zivile und militärische Schiffe geworden, sagte Andrej Minin, ein hochrangiger Vertreter von Nord Stream 2, der Nachrichtenagentur Interfax.

Die Nord Stream 2 AG bestätigte in einer an Reuters gemailten Stellungnahme die Äußerungen Minins. Dieser ergänzte, dass die Zahl der Vorfälle mit tief fliegenden Flugzeugen in der zweiten März-Hälfte zugenommen habe. Außerdem habe es etliche Vorkommnisse mit Schiffen gegeben.

Die USA lehnen den Bau der rund 1.200 Kilometer langen Röhre mit der Begründung ab, Europa werde dadurch noch abhängiger von russischem Erdgas. Die USA wollen allerdings auch eigenes Gas in Europa verkaufen. Die Mehrheit an dem Pipeline-Projekt hält der russische Energiekonzern Gazprom. Finanzpartner sind Wintershall Dea und Uniper aus Deutschland sowie die österreichische OMV, Royal Dutch Shell und Engie.

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Die Pipeline ist zu 95 Prozent gebaut

Vor wenigen Tagen kritisierte US-Außenminister Anthony Blinken erneut den Pipeline-Bau und sprach von möglichen Sanktionen. Das Projekt gefährde die Position der Ukraine und sei gegen Europas Energieinteressen, sagte Blinken. Die Pipeline ist bereits zu 95 Prozent gebaut. (reuters/apa/red)

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