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NÖ Industrieforum zum Klimawandel: Die Industrie kann Teil der Lösung sein

Angesichts der immer stärkeren Klimaerwärmung scheint eine Senkung der Emissionen unabdingbar. Die heimische Industrie könne hier einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten, so der Tenor beim heurigen "NÖ Industrieforum" - sie brauche aber andere Rahmenbedingungen.

Im Bild v. l.: IV-Energieexperte Dieter Drexel, IV-NÖ-Präsident Thomas Salzer, IV-NÖ-Geschäftsführerin Michaela Roither, Herbert Lechner, Deputy Managing Director der Österreichischen Energieagentur und Bernhard Gahleitner, Business Manager, Center for Energy am AIT Austrian Institute of Technology.

In der öffentlichen Debatte ist angesichts des für alle sichtbaren Klimawandels der Druck enorm gestiegen, Emissionen zu senken. Während einem großen Teil der Bevölkerung offenbar noch nicht klar ist, dass das mit ganz realen Einschnitten im eigenen Alltag verbunden ist, sehen viele vor allem die Industrie in der Pflicht.

Dabei könne die heimische sehr wohl einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten, so der Tenor beim heurigen "NÖ Industrieforum" in Wien. Beim Eröffnungsvortrag wendet Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich, allerdings gleich ein: "Wir können es uns nicht leisten, dass wir in Österreich so strenge Regeln haben, dass Industrieunternehmen abwandern, die Emissionen dadurch in anderen Teilen der Welt erst recht steigen und die Arbeitsplätze hierzulande verloren gehen. Wer für Klimaschutz und Beschäftigung ist, der muss auch dafür sein, dass der Produktionsstandort Österreich erhalten bleibt."

Drei Vorträge zum Thema auf dem "NÖ Industrieforum"

Dieter Drexel, Energieexperte der Industriellenvereinigung, meint dazu: "Die Industrie ist Teil der Lösung, wenn es darum geht, den Klimawandel einzudämmen. Mithilfe des technologischen Fortschritts und der Digitalisierung können Produkte energieeffizienter hergestellt und die Treibhausgas-Emission reduziert werden. Dafür braucht es aber auch mehr finanzielle Mittel für die Energieforschung. Mit dem Fokus auf energieeffiziente Produktionsvorgänge würde der Industriestandort Österreich nicht nur zum Klimaschutz beitragen, sondern auch im globalen Wettbewerb um zukunftsträchtige Technologien profitieren – was wiederum eine Chance für mehr Wohlstand und Beschäftigung im Land ist."

White Paper zum Thema

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Bernhard Gahleitner, Geschäftsführer der Energieabteilung am Austrian Institute of Technology (AIT), meint dazu: "Die Dekarbonisierung der Industrie ist ein wesentlicher Bestandteil zum Gelingen der Energiewende. In großflächigen Demonstrationsprojekten, wie in der Vorzeigeregion NEFI, kurz für 'New Energy for Industry', können wir neue Energietechnologien in der Industrie testen und deren Integration ins Energiesystem demonstrieren. Dadurch zeigen wir, dass die Versorgung der Industrie aus erneuerbaren Energiequellen machbar und leistbar ist. Innovationen ,Made in Austria‘ tragen nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern erhöhen die internationale Wettbewerbsfähigkeit und stärken den heimischen Wirtschaftsstandort."

Herbert Lechner, stellvertretender Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, meint dazu: "Der Weg in eine lebenswerte Energiezukunft braucht gemeinsame Zielbilder, die beschreiben, wo wir hinwollen. Und sie braucht beständiges und energisches politisches Change-Management ebenso wie die Innovationskraft und Umsetzungsstärke der heimischen Wirtschaft."

(red)

Externer Link zu "New Energy for Industry":
https://www.nefi.at >>

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