"Finanzielles Fehlverhalten"

Nissan-Chef Hiroto Saikawa steht vor dem Rücktritt

Berichten zufolge will Nissan-Chef Hiroto Saikawa wegen einer Affäre um zu hohe Bonuszahlungen seinen Rücktritt einreichen. Er und andere Führungskräfte haben scheinbar unangemessen hohe Zahlungen - es geht um mehrere zehn Millionen Yen - von ihrem Konzern erhalten.

Beim angeschlagenen japanischen Autobauer Nissan steht offenbar ein Führungswechsel bevor: Konzernchef Hiroto Saikawa will Berichten zufolge wegen einer Affäre um zu hohe Bonuszahlungen seinen Rücktritt einreichen. Saikawa habe seinen Abschied intern bereits angekündigt, meldete die japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei". Wann der Schritt öffentlich verkündet würde, sei aber noch unklar.

Nissan wollte die Berichte zunächst nicht kommentieren. Saikawa hatte in der vergangenen Woche eingeräumt, dass er mehr Bonuszahlungen kassiert habe, als ihm zustehen. Berichten zufolge soll er durch Tricksereien umgerechnet rund 400.000 Euro zu viel eingestrichen haben. Der Konzernchef entschuldigte sich, bestritt aber, sich vorsätzlich bereichert zu haben. Einer seiner Mitarbeiter habe sich um das Thema gekümmert und er sei davon ausgegangen, dass die Angelegenheit "in angemessener Weise behandelt wird".

Zuerst Ghosn - jetzt Saikawa

Der Aufsichtsrat von Nissan will nun über die Ergebnisse eines internen Untersuchungsberichts zu den Unregelmäßigkeiten bei den Bonuszahlungen beraten. Das Unternehmen leidet unter einem schwachen Absatz in den USA und in Europa und ist außerdem durch die Krise rund um den früheren Aufsichtsratschef und Automanager Carlos Ghosn geschwächt. Er wird derzeit in Japan festgehalten und wartet dort auf seinen Prozess wegen finanziellen Fehlverhaltens. (apa/afp)

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