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Niki: Schnelle Lösung als Ziel - Schweizer offenbar interessiert

Der neue Verkehrsminister Norbert Hofer prüft geeignete Maßnahmen für die insolvente österreichische Fluglinie Niki. Welche das konkret sind, ist offen. Einem Medienbericht zufolge will eine Gesellschaft aus der Schweiz Niki übernehmen.

Der neue Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) hofft auf eine rasche Lösung für die insolvente Airline Niki. Gleich nach seiner Amtsübernahme wollte Hofer sich in seinem neuen Büro mit den Verantwortlichen zusammensetzen. Dabei sollen geeignete Maßnahmen besprochen werden. Die Dauer des Verfahrens sei ausschlaggebend für die Zukunft des Unternehmens, so Hofer.

Slots stehen im Zentrum

Im Zentrum der Überlegungen stehen die Start- und Landerechte, die sogenannten Slots. Das Problem bei Niki sei nicht so sehr die finanzielle Seite, meinte der neue Ressortchef. Das Problem seien eher die Flugzeuge, die bei der Lufthansa sind, und zweitens müsste man schauen, dass die Slots offen bleiben. Diese Rechte seien der eigentliche Wert des Unternehmens. Eine Frist nannte Hofer nicht. Er werde versuchen, so schnell wie möglich zu handeln.

Medienbericht: Schweizer wollen Niki kaufen

Unterdessen berichtet hier die Zeitung "Die Presse", auch die Schweizer Fluggesellschaft PrivatAir sei an Niki interessiert. "Ja wir wollen Niki ganz übernehmen und möglichst alle Arbeitsplätze erhalten", so PrivatAir-Chef Thomas Limberger zur Zeitung. Er wisse um den enormen Zeitdruck und die damit verbundene Schwierigkeit, sich ein Bild von der Airline zu machen und eine entsprechende Finanzierung aufzustellen. "Aber wir wollen es versuchen."

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Wie viel Geld Limberger in die Hand nehmen möchte, lässt er offen, heißt es in dem Bericht weiter. Ihm sei auf jeden Fall klar, dass es vor allem um die Start- und Landerechte (Slots) geht. Ob und wieviele Flugzeuge übernommen werden können, sei indes noch nicht ganz klar.

Eckdaten zu PrivatAir

Die PrivatAir ist eine Schweizer Linien- und Charterfluggesellschaft mit acht Flugzeugen. Sie bietet anderen Airlines (auch der Lufthansa, Eurowings und TUIfly) bzw. Unternehmen ihre Maschinen an. PrivatAir gehört seit 2016 Limbergers Investmentgesellschaft SilverArrow Capital.

Nicht der einzige Interessent

Als weitere Interessenten für Niki gelten Medienberichten zufolge Niki Lauda, Thomas Cook mit Condor, Ryanair und ein Konsortium um den Berliner Logistiker Zeitfracht. Interessenten müssen bis Donnerstagmittag dem vorläufigen Insolvenzverwalter Lucas Flöther ein verbindliches Angebot abgeben.

(red/apa)

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