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Niemand in der EU fährt so viel mit dem Zug wie die Österreicher

Von den gefahrenen Kilometern legen in der EU die Österreicher am meisten auf Schienen zurück. Neben Zügen gebe es auch bei Straßenbahnen eine "Rennaissance", heißt es vom Verkehrsclub Österreich.

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Österreich ist auch 2016 jenes EU-Land gewesen, in dem pro Kopf die meisten Schienenkilometer - Bahn, U- Bahn, Tramway - zurückgelegt wurden. In gesamt Europa liegt traditionell nur die Schweiz vor Österreich - und das nicht um Welten. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hervor.

Die EU-Stockerlplätze belegen hinter Österreich mit 2.250 Bahnkilometern pro Kopf (plus 190 km verglichen zum Jahr 2010) Tschechien mit 1.750 Kilometern (plus 220) und Frankreich mit 1.585 km (plus 30). Die Schweizer fahren im Durchschnitt pro Kopf 2.610 Bahnkilometer, sind also gar nicht so weit vor den Österreichern. Zwischen 1.000 und 1.500 Schienenkilometer bereisen in absteigender Reihefolge die Schweden, die Deutschen, die Briten, die Dänen, die Niederländer, Ungarn und Belgier.

Sieht man von Zypern und Malta ab, wo es keinen Schienenverkehr gibt, so fahren die Litauer (90 km, plus 10 km), die Griechen (270, minus 5) und die Slowenen (305, minus 50) durchschnittlich am wenigsten Eisenbahn.

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In Österreich werden pro Einwohner doppelt so viele Kilometer in Schienenfahrzeugen gefahren wie im EU-Schnitt und um zwei Drittel mehr als in Deutschland, macht der VCÖ aufmerksam. "Die Bedeutung der Bahnen wird in Zukunft stark zunehmen. Die stark wachsenden Ballungsräumen benötigen effiziente, platzsparende Verkehrsmittel und das sind S- Bahnen und Straßenbahnen sowie in Millionenstädten U- Bahnen", sagt VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Der Bedarf sei auch der Grund, warum Straßenbahnen in Europa eine Renaissance durchfahren. Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der europäischen Städte mit Straßenbahnen laut VCÖ von 268 auf 297 gestiegen.

"Auch die Klima- und Energieziele sind in Europa, aber auch in Österreich nur erreichbar, wenn der Anteil der Schiene an der Personenmobilität stark erhöht wird. Vorbild im Eisenbahnverkehr ist die Schweiz, wo im Vorjahr pro Kopf 2.495 Kilometer mit der Bahn (ohne Straßenbahnen und U- Bahn) gefahren wurden." Die Schweiz sei so ein erfolgreiches Eisenbahnland, weil ein sehr dichtes Bahnnetz mit häufigen Verbindungen existiert. Auf vielen Strecken gibt es einen Viertelstunden-Takt.

Schweizer-Niveau sei in Österreich bisher auf der Weststrecke erreicht worden. Großen Aufholbedarf gibt es laut VCÖ aber in den Regionen. Derzeit sei nämlich nicht jedes regionale Zentrum per Bahn erreichbar. "Dieses Manko sollte am Ende der Legislaturperiode beseitigt sein", fordert Gansterer von der neuen schwarz-blauen Bundesregierung. Eine starke Zunahme des Schienenverkehrs sei nicht nur aus Verkehrs- und Umweltsicht nötig, sondern auch aus wirtschaftspolitischer Sicht. (apa/red)