Bauindustrie

Neun Pässe, dutzende Scheinfirmen: So geht Sozialbetrug am Bau

Im Juli ging ein serbischer Staatsbürger bei einer Schwerpunktkontrolle in Wien den Behörden ins Netz. Mit neun falschen Indentitäten stellte er jahrelang Arbeiter an, gründete Baufirmen und schickte sie in Konkurs - ganz frei von Abgaben an das österreichische Sozialsystem. Nun laufen zusätzlich Ermittlungen auch wegen Geldwäsche.

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Unter neun falschen Identitäten soll ein 55-Jähriger seit 2014 immer wieder Scheinfirmen in der Baubranche angemeldet, Arbeiter angestellt, aber keine Abgaben an den Sozialversicherungsträger entrichtet haben. Wenn ihm die Behörden zu lästig wurden, schickte er die Firmen in den Konkurs und tauchte unter. Die Sozialversicherungsträger blieben auf den Kosten sitzen. 500.000 Euro soll er sich zumindest auf diese Weise "erspart" haben. Im Juli wurde er festgenommen.

Wiener Polizei suchte bereits nach drei Identitäten des Verdächtigen

Laut Polizeisprecher Christopher Verhnjak ging der gesuchte serbische Staatsbürger den Ermittlern bei einer Schwerpunktkontrolle der fremdenpolizeilichen Erhebungs- und Einsatzgruppe in der Favoritner Knöllgasse ins Netz. Der 55-Jährige wies sich dabei mit gefälschten bulgarischen Dokumenten aus. Die Ermittlungen ergaben, dass er neun Identitäten seit 2014 in Verwendung hatte. Der Clou: Drei waren bereits amtsbekannt, nach ihnen wurde gefahndet.

Der einschlägig vorbestrafte Verdächtige befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft. Er wird wegen Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs, des betrügerischen Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen, der betrügerischen Krida, der Geldwäsche sowie der Fälschung von besonders geschützter Urkunden angezeigt. (apa/red)

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