Stahlindustrie

Neues Fräszentrum und prallvolle Auftragsbücher bei ESW

Das Salzburger Unternehmen Eisenwerk Sulzau-Werfen meldet eine "extrem hohe" Auslastung und nimmt ein großes multifunktionales Dreh- und Fräszentrum in Betrieb. Sorgen bereiten dem Hersteller die Diskussionen um Strafzölle auf Stahl im wichtigen Markt USA.

Das Salzburger Unternehmen Eisenwerk Sulzau-Werfen (ESW) hat ein neues multifunktionales Dreh- und Fräszentrum in Betrieb genommen. ESW investierte knapp drei Millionen Euro in die Technologie. Jetzt erhöht die Maschine die Produktionskapazität in der mechanischen Bearbeitung um rund zehn Prozent, so das Unternehmen.

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"Die Inbetriebnahme des neuen Bearbeitungszentrums, das sich sowohl für die Schwerzerspanung als auch für die Fertigbearbeitung der Walzen in höchster Genauigkeit eignet, war für die Produktion ein wichtiger Schritt", so Georg Hemetsberger, Vorstandsvorsitzender im ESW. "Wir sind derzeit maschinell wie personell an unseren Kapazitätsgrenzen angelangt. Insbesondere in der mechanischen Bearbeitung suchen wir nach weiteren qualifizierten Mitarbeitern."

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Heuer werde es weitere Zuwächse auf einem ohnehin schon hohen Niveau geben, so Georg Hemetsberger.

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Auch heuer neue Investitionen geplant

ESW hat sich am Weltmarkt auf die Herstellung von Walzen für die Stahlverformung spezialisiert - und die Nachfrage ist durchaus da. Für das Jahr 2018 sind die Auftragsbücher des Pongauer Familienbetriebs bereits komplett gefüllt, das Unternehmen sucht zusätzliche Mitarbeiter.

Die Auslastung im Tennecker Eisenwerk sei schon seit längerem "extrem hoch", so das Unternehmen. Allein im Jahr 2017 wurden zirka 22.500 Tonnen, was etwa 2.200 Walzen entspricht, produziert und ausgeliefert. Damit konnte der Jahresumsatz auf 75 Mio. Euro gesteigert werden.

Heuer werde es weitere Zuwächse auf einem ohnehin schon hohen Niveau geben, so Georg Hemetsberger. Für den Standort in Tenneck kündigt Hemetsberger für heuer weitere Investitionsvorhaben an, deren Volumen "insgesamt wohl wieder mehrere Millionen Euro" betragen werde. Darunter seien Investitionen in Produktion, ein Büro sowie ein neuer Sozialtrakt für Mitarbeiter.

Schwierigkeiten am Markt: Steigende Preise und Strafzölle

Trotzdem macht es die Situation am Weltmarkt den Salzburgern nicht gerade einfach. Eine Schwierigkeit seien dem Vorstand zufolge die stark gestiegenen Kosten für Material und Energie, die auf dem internationalen Markt nur zum Teil durch höhere Preise weitergegeben werden können.

Auch der Konflikt zwischen Washington und seinen Handelspartnern, allen voran China, spielt für ESW eine große Rolle - weil bekanntlich der Werkstoff Stahl bei Strafzöllen im Mittelpunkt steht.

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Weiter gute Nachfrage in den USA

"Wir beobachten die Situation mit großer Aufmerksamkeit, vor allem indirekte Auswirkungen auf unser Geschäft sind momentan noch schwer einzuschätzen. In jedem Fall sollte die Politik alles daransetzen, eine weitere Eskalation zu vermeiden", so Hemetsberger.

"Trotz des schwachen Dollars und der sich damit verteuernden Produktpreise für unsere Walzen verzeichnen wir in den USA eine gute Auftragslage. Der US-Markt hat einen wichtigen Anteil am Gesamtvolumen des ESW. Sollten Strafzölle irgendwann auch unsere Produkte betreffen, hätte das eine für die US-amerikanischen Kunden wohl kaum akzeptable Preiserhöhung zur Folge", so Vertriebsleiter Hubertus Weinberger.

Eckdaten zum Unternehmen

Das Eisenwerk Sulzau-Werfen (ESW) wurde 1770 gegründet und befindet sich seit 1899 in Familienbesitz. Mit knapp 270 Mitarbeitern ist der Familienbetrieb einer der wichtigsten Arbeitgeber im Salzburger Pongau.

Der Hersteller produziert jährlich rund 2.000 Walzen mit einem Fertiggewicht von bis zu 42 Tonnen pro Stück. Damit ist ESW einer der Weltmarktführer in diesem Segment. Die Exportquote beträgt rund 98 Prozent. Für neue Entwicklungen gibt ESW jedes Jahr mehr als zwei Prozent des Umsatzes aus.

(red)