Nachhaltigkeit

Neues CD-Labor schraubt an Effizienz von Abfall-Recycling

Wissenschafter der TU Wien erforschen, wie die Ziele des EU-Kreislaufwirtschaftspakets optimal zu erreichen sind.

Angesichts von Ressourcenknappheit und Klimawandel will die EU weg von der derzeitigen Wegwerf-Gesellschaft hin zu einer Kreislaufwirtschaft. Dazu wird künftig viel mehr Abfall rezykliert werden müssen als bisher. Der Frage, wie dies effizienter gelingen kann, widmet sich ein neues Christian Doppler(CD)-Labor, das am Mittwoch an der Technischen Universität (TU) Wien eröffnet wurde.

Mit dem 2015 beschlossenen "Kreislaufwirtschaftspaket" will die EU dazu beitragen, Abfall zu vermeiden und dort, wo dies nicht möglich ist, das Recycling von Siedlungs- und Verpackungsabfällen erheblich zu steigern. Am neuen CD-Labor wollen die Wissenschafter erforschen, wie die Ziele dieses Pakets möglichst kostensparend bei gleichzeitig höchstem Umweltnutzen zu erreichen sind.

Nachhaltigkeit: Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen 

Eine zentrale Aufgabe der neuen Forschungseinheit sei es, "die wissenschaftliche Grundlage für eine effiziente Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen aus verschiedenen Abfallströmen zu schaffen", erklärte der Leiter des "CD-Labors für Design und Bewertung einer effizienten, recyclingbasierten Kreislaufwirtschaft", Jakob Lederer vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der TU Wien, in einer Aussendung. Dazu kooperieren die Wissenschafter mit Kollegen der Montanuniversität Leoben und acht Unternehmenspartnern aus den Bereichen Abfallwirtschaft, Energieversorgung und produzierende Industrie.

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Ziel sei es, bestehende Methoden zur Sammlung, Sortierung und Aufbereitung von Abfällen zu untersuchen und zu verbessern, um Müll aus Glas, Kunststoff, Metall, Papier und Textilien einfacher zu rezyklieren. Dazu soll die Effizienz dieser Methoden hinsichtlich ihrer ökonomischen und umweltbezogenen Auswirkungen beurteilt und damit Entscheidungsgrundlagen für Maßnahmen geschaffen werden.

In den von der Christian Doppler Gesellschaft (CDG) für jeweils sieben Jahre genehmigten CD-Laboren kooperieren Wissenschafter mit Unternehmen im Bereich anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Das Budget kommt dabei jeweils zur Hälfte von der öffentlichen Hand und den Industriepartnern. Am neuen CD-Labor beteiligen sich die Abfallbehandlung Ahrental, Altstoff Recycling Austria (ARA), Brantner Österreich, Lenzing, die Linz Service GmbH, Mayr-Melnhof Cartonboard International, Wien Energie und Wopfinger Transportbeton.

(APA)