Autoindustrie

Neuer WLTP-Abgastest: Diesmal ist Autoindustrie besser vorbereitet

Ab September gilt die nächste Stufe von WLTP - und diesmal versichert die deutsche Autoindustrie, darauf besser vorbereitet zu sein. "Wir haben alle Typgenehmigungen schon in der Tasche", heißt es etwa bei BMW.

Mit 1. September ist die nächste Stufe des WLTP-Verbrauchstests für Pkw in Kraft getreten - und diesmal ist die deutsche Autoindustrie besser darauf vorbereitet, wie sie versichert. Bei der Einführung der realistischeren Tests im September des Vorjahres hatten einige Hersteller noch monatelang Lieferschwierigkeiten. Besonders hart traf es Audi.

Audi: Erster Teil von WLTP war "komplettes Neuland"

Für die Autoindustrie war WLTP-Teil 1 "ein riesengroßer Schritt, komplettes Neuland", sagt Audi-Sprecher Udo Rügheimer. Teil 2 sei damit nicht vergleichbar. Laut Daimler sind jetzt noch einmal 300 Seiten Verordnungen dazugekommen, zu den bisher 700 Seiten.

Die meisten Änderungen seien Korrekturen, Klarstellungen oder Verbesserungen. Bei den Messungen gibt es jetzt noch weniger Toleranz. Dokumentationspflichten werden ausgeweitet. Wie viel Benzin aus dem Tank verdunsten kann, müssen die Autobauer zwei Tage lang prüfen. Und zumindest mit Stichproben müssen sie nachweisen, dass ihre Fahrzeuge die ursprünglichen Werte auch nach fünf Jahren im Betrieb noch einhalten.

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Auch Schaltpunkte und Fahrkurven geändert

Schaltpunkte, Fahrkurven wurden ebenfalls geändert: "Ein paar Punkte sind nachjustiert worden", sagt BMW-Sprecher Martin Tholund. Und alle Neufahrzeuge müssen die Grenzwerte auch im Test auf der Straße einhalten. BMW habe alles schon abgeschlossen: "Wir haben alle Typgenehmigungen schon in der Tasche."

Und auch Audi sieht sich diesmal gut gewappnet. Die Änderungen sind wesentlich kleiner als 2018. Audi hat inzwischen ein Drittel mehr Prüfkapazitäten. Die Anzahl der Motor-Getriebe-Varianten wurde um ein Drittel verringert auf annähernd 170. Und nicht alle müssen diesmal tatsächlich auf den Prüfstand: Viele erfüllen schon seit der Umstellung 2018 auch die neuen Anforderungen, dann können die Genehmigungen umgeschrieben werden. Fast alle Varianten von Audi seien schon zugelassen, erklärte Rügheimer. Der Rest soll in wenigen Wochen folgen. (dpa/apa/red)

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