VW-Abgasskandal

Neuer Vergleich für Volkswagen und Kompromiss für Bosch in den USA

Grünes Licht für einen weiteren Vergleich im Zuge des Abgasskandals bei Volkswagen in den USA: Der Konzern zahlt 1,2 Milliarden Dollar an Besitzer bestimmer Automodelle. Dies sei "ein entscheidender Meilenstein", hieß es seitens des Unternehmens.

Im VW-Abgasskandal hat der Autobauer eine juristische Hürde in den USA genommen: Ein Bundesrichter in San Francisco billigte vor wenigen Tagen den Vergleich, der die Besitzer von knapp 80.000 Dieselfahrzeugen mit Drei-Liter-Motoren mit 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) entschädigt. Betroffen sind Besitzer von VW-, Porsche- und Audi-Modellen der Baujahre 2009 bis 2016.

Freude bei Volkswagen

VW begrüßte die Entscheidung des Richters Charles Breyer. "Das ist ein entscheidender Meilenstein für Volkswagen und bedeutet, dass es für alle unsere Kunden eine Lösung gibt", teilte der US-Ableger des Konzerns mit.

Eine Anwältin der Kläger sagte nach dem Richterspruch, der Vergleich sei eine Wiedergutmachung für die Geschädigten und halte zugleich schmutzige Fahrzeuge von den Straßen fern. VW sei zur Verantwortung gezogen worden.

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Kompromiss auch für Bosch

"Das Gericht hält den Vergleich für fair, angemessen und vernünftig", sagte Breyer bei einer Anhörung in San Francisco. Die Genehmigung, die noch in schriftlicher Form finalisiert werden muss, umfasst auch einen Kompromiss des deutschen Zulieferers Bosch mit US-Klägern.

Der Stuttgarter Zulieferer wird beschuldigt, VW mit Software zur Abgas-Manipulation versorgt zu haben. Bosch hat eine Zahlung von 327,5 Millionen US-Dollar zur Beilegung des US-Rechtsstreits akzeptiert.

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Strafen summieren sich für VW auf knapp 23 Milliarden Dollar

Richter Breyer hatte vor Monaten bereits einen Vergleich für die ebenfalls von der Manipulation der Abgaswerte betroffenen 500.000 Zwei-Liter-Wagen im Volumen von 14,7 Milliarden Dollar gebilligt. Der jetzt formulierte Vergleich erfolgte unabhängig von einem weiteren Verfahren, in dem VW sich Berichten zufolge einem Vergleich mit den US-Behörden im Umfang von zwei Milliarden Dollar nähert. Die diversen Entschädigungen und Strafzahlungen, die der Autobauer allein in den USA zugesagt hat, summieren sich auf mehr als 22 Milliarden Dollar.

Der Konzern hatte im September 2015 zugegeben, in großem Stil bei Abgastests von Dieselwagen getrickst und die Messwerte des Schadstoffs Stickoxid so nach unten manipuliert zu haben. (AFP/dpa/APA/red)

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