Eigentumsverhältnisse

Neuer Mehrheitseigentümer bei Anger Machining

Lose Gespräche mit Michael Tojners Montana Tech, vielversprechende Verhandlungen mit Josef Taus' MTH, die letztlich ebenso scheiterten: Jetzt ist fix, dass das frische Kapital, das Anger nach dem geplatzten Einstieg der UIAG Ende des Vorjahrs dringend benötigt, nicht aus Österreich kommt.

Maschinenbau Anger Machining Klaus Dirnberger

Geben 76 Prozent der mbi-group an einen Taiwaner Investor ab: Klaus Dirnberger und Dietmar Bahn

Mit 76 Prozent beteiligt sich die Taiwaner Maschinenbaugruppe Tongtai, drittgrößter Player am Taiwaner Markt, an der Anger-Mutter mbi-group, die bisher zu gleichen Anteilen den Anger-Chefs Klaus Dirnberger und Dietmar Bahn gehörte. Mit über 20 Millionen Euro stärken die Taiwaner die Kapitalausstattung der mbi-group, heißt es in einer Anger-Aussendung. Nach dem Platzen des UIAG-Einstiegs wurde auch schon fieberhaft nach Investoren gesucht. 

Der Trauner Standort soll als Kompetenzzentrum für Präzisionszerspanung und Transferzentren ein bedeutender Knotenpunkt im global agierenden Tongtai Konzern werden. Aus der Anger-Belegschaft ist zu hören, dass der neue Eigentümer das Anger-Produkt Transferzentrum als ideale Portfolio-Ergänzung sieht. Anderseits wolle er die Trauner "bankenunabhängiger" machen, erzählt ein Mitarbeiter. "Mit dem Einstieg von Tongtai können wir endlich unabhängig von den Banken und mit finanzieller Stabilität in die Weiterentwicklung des Unternehmens investieren“, sagt Klaus Dirnberger, Geschäftsführer bei Anger. Wie berichtet kappten die Hausbanken nach dem Abbruch des UIAG-Einstiegs ihre Finanzierungslinien, Anger musste den Personalstand um 35 reduzieren.

Der Investor sei breit aufgestellt und habe ein großes Maschinenportfolio unter anderem für Dreh- und Fräsmaschinen, heißt es bei Anger. Von einer "win-win-Situation" des Deals spricht ein Mitarbeiter in Traun. Ein anderer begrüßt die "langfristige und nachhaltige Strategie des neuen Eigentümers" - und sieht auch Herausforderungen auf die Oberösterreicher zukommen: "Es gibt jetzt sicher Sprachbarrieren zu überwinden", meint er. (dp)

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