Nutzfahrzeuge

Neuer Lastwagenbauer Traton soll noch vor Ostern an die Börse

Volkswagens neue Konzerntochter mit den traditionsreichen Marken MAN und Scania soll schon in wenigen Wochen an die Börse gehen, wie Insider berichten. Traton-Chef Andreas Renschler sagt, man wolle "Zugang zu allen Gewinntöpfen weltweit haben."

Volkswagen will sich bei den milliardenschweren Börsenplänen für seine Nutzfahrzeug-Tochter Traton von den wackligen Märkten Insidern zufolge nicht stören lassen. Der Lkw-Bauer mit den Marken MAN und Scania peile sein Börsendebüt noch vor Ostern (21. April) an, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Derzeit sei ein Doppel-Listing in Frankfurt und Stockholm angedacht. Damit wolle Traton mehr Investoren aus der schwedischen Heimat von Scania locken, darunter auch Privatanleger, um nicht zu stark auf kurzfristig orientierte Käufer wie Hedgefonds angewiesen sein. Auch ein Ankerinvestor sei denkbar, der im Vorhinein die Abnahme einer größeren Zahl von Aktien garantiere.

"Wir wollen Zugang zu allen Gewinntöpfen weltweit"

"Wir wollen der profitabelste Hersteller sein und Zugang zu allen Gewinntöpfen weltweit haben - und zwar auf eine clevere Art und Weise", sagte Traton-Chef Andreas Renschler in London. Schlüssel dazu seien die Partnerschaften mit Rivalen in China (Sinotruk), den USA (Navistar) und in Japan (Hino Motors). Über einen Konjunkturzyklus hinweg wolle der Lkw-Bauer eine Umsatzrendite von neun Prozent erwirtschaften.

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Zum Zeitplan des Börsengangs äußerte sich Renschler nicht. VW wollte Traton bis zum Jahreswechsel börsenreif machen, hat sich bisher aber nicht auf einen Termin festgelegt. Volkswagen hatte für Dienstag Vertreter von Banken nach London eingeladen, um ihnen die nötigen Informationen an die Hand zu geben, die sie für ihre Analysen zur Bewertung von Traton brauchen. Diese sollten Mitte März fertig sein. Anschließend würde der Lkw-Bauer den Insidern zufolge offiziell den Startschuss für die Emission geben.

Organisiert wird der Börsengang von den Investmentbanken Citi, Deutsche Bank, Goldman Sachs und JPMorgan. Banker hatten zuletzt in Frage gestellt, ob angesichts von Unsicherheiten rund um den Brexit und die weltweiten Handelsstreitigkeiten im ersten Halbjahr überhaupt ein Börsengang möglich wäre. Das sei derzeit aber bei Traton kein Thema, sagte einer der Insider.

Für die Münchner Traton SE, die als Dachgesellschaft für die beiden Lkw-Hersteller fungiert, peilt VW einen Börsenwert von rund 25 Mrd. Euro an, wie einer der Insider sagte. Etwa 20 bis 25 Prozent der Anteile wolle Volkswagen abgeben, sodass die Emission ein Volumen von fünf bis sechs Mrd. Euro erreichen könnte. Traton-Chef Renschler hatte zuletzt von mehr als sechs Mrd. Euro gesprochen. (reuters/apa/red)

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