Personalia

Neuer Chef von FACC soll noch 2016 gefunden sein

Der oberösterreichische Flugzeugzulieferer FACC soll noch 2016 einen neuen Geschäftsführer bekommen, so der jetzige Interimschef Robert Machtlinger. Der vom chinesischen Eigentümer entlassene Firmengrüner Walter Stephan wird es voraussichtlich nicht werden.

Der börsennotierte oberösterreichische Flugzeugzulieferer FACC soll noch im heurigen Kalenderjahr einen neuen endgültigen CEO bekommen. Das kündigte der interimistische Vorstandschef Robert Machtlinger in einer Pressekonferenz in Linz an. Der neue Finanzvorstand Ales Starek ist seit 1. Oktober an Bord.

Der Entscheidungsprozess über die neue Person an der Spitze des Unternehmens sei im Gange. Es seien mehrere Personen im Wettbewerb, er sei eine davon, berichtete Machtlinger.

Machtlinger war mit der aktuellen Funktion betraut worden, als der Unternehmensgründer und langjährige FACC-Chef Walter Stephan überraschend den Sessel räumen musste, nachdem das Unternehmen Opfer eines "Fake President Incident" (Geschäftsführer-Trick-Betruges) geworden war.

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Walter Stephans Vertrag läuft noch bis 2019

Wie berichtet hat Unternehmensgründer Walter Stephan eine Klage gegen seine Entlassung eingebracht. Dass Stephan, wie er selbst fordert, wieder eingestellt werde, sei nach der Einschätzung von Machtlinger "fast nicht umsetzbar".

Was die Gehaltsnachforderungen betrifft - Stephans Vertrag läuft bis Mitte 2019 -, seien die Anwälte der Streitparteien in laufendem Kontakt. "Die Forderung, die er gestellt hat, gilt es zu bewerten", so der momentane FACC-Chef.

In der Pressekonferenz stellte sich auch der neue CFO Starek vor. Der am 21. November 1970 geborene Tscheche hat in Deutschland und in den USA studiert, arbeitete unter anderem in Finanzbereichen von Siemens sowie deutschen Automotive-Unternehmen als auch im asiatischen Raum und ist damit mit der Kultur des chinesischen Hauptaktionärs von FACC vertraut.

Knappe elf Millionen Euro könnte FACC wiederbekommen

Zu dem Schaden von über 50 Mio. Euro durch den Betrug teilte Machtlinger mit, 42 Mio. seien bereits in der Bilanz des vergangenen Jahres verarbeitet worden. 10,8 Mio. liegen auf eingefrorenen Konten, die als einbringbare Forderungen verbucht worden seien.

Er sei zuversichtlich, dass sie bis Ende Februar zurückgeholt werden können und in den Cashflow gehen. Die Auseinandersetzung um den Versicherungsschutz für die 42 Mio. Euro werde sich hingegen voraussichtlich bis in das Geschäftsjahr 2017/18 hinziehen.

Machtlinger betonte: "Wir stehen zur Dividendenpolitik." Seit dem Börsengang 2014 ist noch keine gezahlt worden. Aber: "Unsere Maßnahmenpakete werden die Erwartungen der Analysten und Eigentümer erfüllen." Zum Börsenkurs meinte er, "mit dem Ansteigen der Ertragskraft kommt auch das Vertrauen zurück." (apa/red)