Management

Neuer Chef des Stahlwerks Ilva will seinen Posten nicht antreten

Das schwer angeschlagene, größte europäische Stahlwerk Ilva in Süditalien gab kürzlich einen Wechsel seines Managements bekannt - doch der neue Chef an der Spitze will offenbar nicht. Unterdessen zeichnen sich weitere Beihilfen für Ilva ab.

Der schwer angeschlagene süditalienische Stahlhersteller Ilva gab vor wenigen Tagen einen anstehenden Wechsel an der Konzernspitze bekannt. Damals hieß es, der bisherige Generaldirektor Massimo Rosini als habe den Konzern "in gegenseitigem Einvernehmen" verlassen. Als sein Nachfolger sollte der Stahlmanager Marco Pucci antreten, der zuvor für den Edelstahlproduzenten AS Terni gearbeitet hat - INDUSTRIEMAGAZIN.at hatte hier darüber berichtet.

Doch daraus wird offenbar nichts. Marco Pucci hat den Posten abgelehnt, wie der Fachdienst Platts SBB Daily Briefing meldet. Pucci wolle das Ergebnis der laufenden Ermittlungen bei seinem ehemaligen Arbeitgeber AS Terni abwarten. Denn gegen das Unternehmen AS Terni läuft gerade ein Verfahren, weil bei dem Edelstahlproduzenten vor rund neun Jahren bei einem Feuerausbruch sieben Arbeiter gestorben sind.

Wie mehrmals berichtet steht Ilva, das größte Stahlwerk Europas, derzeit zum Verkauf. Hier eine Übersicht aktueller Meldungen zu den Entscheidungen rund um Ilva.

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Unterdessen zeichnen sich neue Beihilfen für das schwer angeschlagene Stahlwerk Ilva in Süditalien ab. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat der italienische Stahlverband dem italienischen Ministerpräsidenten Renzi ein Dossier vorgelegt und darin auf die Staatshilfen für die Stahlindustrie in Nordeuropa verwiesen. Diese Staatsshilfen seien von der EU-Kommission ganz offiziell genehmigt worden, heißt es in dem Papier. Mit diesem Dossier soll jetzt Renzi offenbar vor der EU-Kommission auch die Beihilfen für Ilva durchsetzen, die zuvor abgelehnt worden seien. (red)