Personalia

Neue Vorwürfe gegen Ex-Nissan-Chef Ghosn in Japan

Die japanische Staatsanwaltschaft hat neue Vorwürfe gegen den Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn erhoben. Trotzdem erklären seine Anwälte, eine Freilassung Ghosns auf Kaution fordern zu wollen.

Der Automanager müsse sich wegen Vertrauensmissbrauchs und zu niedriger Angaben seines Einkommens zwischen 2015 und 2018 verantworten, teilte das zuständige Gericht in Tokio mit.

Auch Nissan und Ghosns Ex-Mitarbeiter Greg Kelly sollen sich wegen der zu niedrigen Einkommensangaben in diesem Zeitraum verantworten. Ghosn war am 19. November festgenommen worden. Am 10. Dezember bereits war Anklage erhoben worden, weil Ghosn auch in den Jahren 2010 bis 2015 ein zu niedriges Einkommen deklariert haben soll. Zudem soll er sich persönlich an Firmenkapital des Autobauers Nissan bereichert haben.

Ghosns Anwälte erklärten, eine Freilassung Ghosns auf Kaution fordern zu wollen. Allerdings räumten sie ein, dass eine Freilassung auf Kaution bis zum Beginn eines Prozesses fraglich sei. (afp/apa/red)

Vorwürfe gegen Ghosn jetzt auch in Frankreich

Der in Tokio angeklagte Automanager Carlos Ghosn hat seinen Steuerwohnsitz nach einem Pressebericht bereits 2012 von Frankreich in die Niederlande verlegt. Ghosn habe damit der französischen Vermögensteuer "entgehen wollen", schrieb die französische Zeitung "Liberation".

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Die Zeitung verweist darauf, dass in Amsterdam die Allianz von Renault und Nissan einen Sitz hat, der Ghosn vorstand. Zudem erinnert das Blatt daran, dass der sozialistische französische Präsident Francois Hollande 2012 nach seinem Wahlsieg sowohl eine Erhöhung der Vermögensteuer als auch eine Reichensteuer von 75 Prozent auf Einnahmen von über einer Million Euro ankündigte.

Abberufung Ghosns bei Renault ist plötzlich Thema

"Liberation" beruft sich in dem Bericht zu dem Steuerwohnsitz Ghosns sowohl auf interne Dokumente einer französischen Gewerkschaft als auch des japanischen Herstellers Nissan. Der französische Autobauer Renault, bei dem der 64-jährige Ghosn weiter Konzernchef ist, wollte die Angaben auf Anfrage nicht kommentieren. Das französische und das niederländische Finanzministerium verwiesen auf das Steuergeheimnis.

In Frankreich wurden erneut Forderungen nach einer Abberufung Ghosns bei Renault laut. "Das ist skandalös", sagte der frühere Justizminister Francois Bayrou dem Sender France Info. Er verwies auf eine Erklärung von Präsident Emmanuel Macron vom Dezember, wonach "der Chef eines französischen Unternehmens seine Steuern in Frankreich zahlen muss". Der Staat ist 15-prozentiger Anteilseigner bei Renault. (afp/apa/red)

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