Außenhandel

Neue Strafzölle: Österreich kaum direkt betroffen - auch FACC nicht

Von den geplanten neuen Strafzöllen der USA sind heimische Exporteure kaum direkt betroffen. Auch der Luftfahrtzulieferer FACC, der alle großen Flugzeugbauer beliefert, erwartet nur indirekte Auswirkungen.

Die österreichische Wirtschaft ist von den geplanten US-Strafzöllen aufgrund des Airbus-Urteils nur wenig direkt betroffen. Nur auf Käse, und Fruchtsaft aus Österreich wird künftig ein Strafzoll fällig. Die Zölle sind durch einen aktuellen Entscheid der Welthandelsorganisation (WTO) legitimiert.

Auswirkungen für heimische Zulieferer wird es geben

"Für eine genaue Analyse der Auswirkungen ist es aktuell noch zu früh. Die von den USA vorgesehenen Kompensationsmaßnahmen sind für Österreich sehr bedauerlich", sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums zur APA. Österreichische Firmen könnten indirekt als Zulieferer für die hauptbetroffenen Mitgliedsstaaten von den Strafzöllen betroffen sein.

Die Schlichter der Welthandelsorganisation (WTO) hatten diese Woche Strafzölle auf EU-Importe im Wert von insgesamt 7,5 Mrd. Dollar (6,9 Mrd. Euro) genehmigt. Die ab 18. Oktober geltenden Zölle sollen demnach vor allem Produkte der Länder betreffen, die für Subventionen an den Flugzeugbauer Airbus verantwortlich waren: Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien.

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Landwirtschaftliche Produkte betroffen

Aber auch landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel aus allen anderen EU-Ländern, darunter Österreich, sind laut einer vom Büro des Handelsbeauftragten (USTR) veröffentlichten Liste, betroffen. Unter anderem auf Käse und Molkereiprodukte sowie Fruchtsäfte gilt künftig ein Strafzoll von 25 Prozent.

Laut dem WKÖ-Fachverband Lebensmittelindustrie und der AMA sind österreichische Käse-Ausfuhren in die USA in Höhe von 4 Mio. Euro und Fruchtsaftexporte in Höhe von 11 Mio. Euro von den geplanten Strafzöllen betroffen.

Extrawurst für Red Bull: Ausnahmeregelung für Energydrinks

Das Landwirtschaftsministerium sieht die heimische Agrarwirtschaft nicht durch die US-Strafzölle bedroht. Hauptmarkt für österreichische Agrarprodukte und Lebensmittel sei der EU-Binnenmarkt mit 75 Prozent der Exporte. Österreichs USA-Hauptexportprodukt im Agrarbereich - rund 89 Prozent des wertmäßigen Volumens sind Energydrinks - ist nicht von den Strafzöllen betroffen.

FACC: "Uns werden die US-Strafzölle nicht direkt betreffen"

Auch der börsenotierte Flugzeugzulieferer FACC mit Hauptsitz in Ried gibt Entwarnung. "Uns werden die US-Strafzölle nicht direkt betreffen", hieß es von FACC auf Anfrage. Der Strafzoll gilt nur für Flugzeuge, nicht aber für einzelne Bauteile und Komponenten. Auch indirekt erwartet FACC "keine gröberen Auswirkungen". Man beliefere weltweit alle großen Flugzeughersteller und habe ein breites Produktportfolio.

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Eine Sanktion von Boeing steht noch aus

Nicht nur Airbus, sondern auch Boeing hat vor der WTO wegen illegaler Subventionsvergabe verloren. Im Fall von Boeing wurde die Schadenssumme noch nicht festgesetzt. "Grundsätzlich sehen wir wechselseitige Strafzölle kritisch. Daher wäre es im Interesse beider Seiten, eine Eskalation von Strafzöllen zu vermeiden und stattdessen ein "balanced agreement" abzuschließen", so der Sprecher der Wirtschaftsministerin.

Im Gegensatz etwa zum Zollstreit der USA mit China seien die den Europäern jetzt bevorstehenden US-Strafzölle durch die Entscheidung der WTO legitimiert, sagte Harald Oberhofer, Handelsexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts und Professor an der Wirtschaftsuniversität in Wien, im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF.

Dem Prozedere würden 15 Jahre Konflikt innerhalb der WTO vorausgehen. Mit den bereits existierenden US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium aus der EU und den anvisierten Autozöllen sowie den Airbus-Strafzöllen würde nun für die europäische Wirtschaft "etwas zusammen" kommen. (apa/red

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