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Neue Stiftungsprofessur für Stahldesign in Leoben

Das Infrastrukturministerium unterstützt sechs Stiftungsprofessuren für die Bereiche Produktion und Industrie 4.0 an der Montanuni Leoben und der Uni Innsbruck mit Sitz in Dornbirn.

Insgesamt sechs Stiftungsprofessuren für die Bereiche Produktion und Industrie 4.0 unterstützt das Infrastrukturministerium. Es seien dies "Felder, von denen wir uns hohes Innovationspotenzial für Österreich erwarten", erklärte Infrastrukturminister Gerald Klug (SPÖ) bei der Präsentation der ersten beiden Stiftungsprofessoren für Stahl-Design und intelligente Textilien in Wien.

Die ersten beiden Stiftungsprofessuren wurden im Herbst 2014 an die Montanuniversität Leoben und die Universität Innsbruck vergeben. Im Herbst vergangenen Jahres folgten weitere vier Lehrstühle für die Technische Universität (TU) Graz (zwei Professuren), die TU Wien und die Uni Linz. Für die ersten beiden Stiftungsprofessuren, die vom Infrastrukturministerium mit je zwei Mio. Euro für fünf Jahre zu 60 Prozent gefördert werden (die restlichen Kosten tragen je zur Hälfte die jeweilige Uni und Industriepartner) wurde die Personalauswahl nun abgeschlossen.

Personalauswahl abgeschlossen

Den Lehrstuhl für Stahldesign an der Montanuniversität Leoben besetzt Ronald Schnitzer (35). Er hat in Leoben Werkstoffwissenschaft studiert, wurde 2010 sub auspiciis praesidentis promoviert, war seit 2010 bei voestalpine Böhler Welding Austria tätig, seit 2014 als Leiter der Forschungsabteilung des Betriebs.

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Als neuer Stiftungsprofessor will er sich mit der Entwicklung von Hochleistungsstählen beschäftigen und dabei das Verständnis der Beziehung zwischen Struktur des Materials und dessen Eigenschaft erweitern, wie er erklärte. Dazu sollen hochauflösende Methoden der Werkstoffcharakterisierung wie Atomsondentomographie eingesetzt werden, die erlauben, den atomaren Aufbau von Werkstoffen zu untersuchen.

Als Anwendungsfeld nannte Schnitzer etwa die Autoindustrie, wo es darum gehe, Festigkeit und Zähigkeit des Stahls zugleich zu steigern, um Leichtbauweise und höherer Fahrgastsicherheit zu ermöglichen. "Wir werden frühestens in fünf bis zehn Jahren ernten, aber die Ernte wird reich sein", begründete voestalpine-Vorstandsmitglied Peter Schwab das Engagement seines Unternehmens als Partner für die Professur.

Den Lehrstuhl für Textile Verbundwerkstoffe - Technische Textilien der Universität Innsbruck am Standort Dornbirn (Vorarlberg) wird Tung Pham (46) übernehmen. Er war 14 Jahre lang in der Forschungsabteilung von Borealis in Linz tätig, seit 2014 Professor für Werkstofftechnik an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen (Deutschland).

Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen einerseits smarte Textilien mit Funktionalität, andererseits textile Verbundwerkstoffe für Leichtbaukonstruktionen. Die Funktionalität von Textilien soll dabei weit über derzeit bekannte Leistungen etwa von Outdoor-Bekleidung hinausgehen, Pham nannte etwa flexible Sensoren für den Medizinbereich.

Und Textilien sind zu einer Schlüsseltechnologie für den Leichtbau geworden. So verwies Günter Grabher, Inhaber der Grabher Group, darauf, dass "die Karosserie des Elektroautos BMW i3 zu 90 Prozent aus Textilien besteht", sogenannten kohlefaserverstärkten Verbundwerkstoffen. "Wir haben den Anspruch, mit der Stiftungsprofessur zum textilen Silicon Valley zu werden", sagte Grabher.

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